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CD-Besprechung

Richard Wetz: Ein Weihnachtsoratorium auf alt-deutsche Gedichte op. 53

cpo 1 CD 777 638-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 25.11.11

cpo 777 638-2

1 CD • 70min • 2010

Richard Wetz, 1875 in Oberschlesien geboren, studierte in München bei dem Richard Strauss-Freund Ludwig Thuille und wirkte von 1906 bis 1935 als Chordirigent, gesuchter Lehrer und Komponist in Erfurt und Weimar. Dort pflegt man noch immer das Andenken an einen Komponisten, der ansonsten fünfzig Jahre lang fast völlig in Vergessenheit geraten war. Erfreulicherweise lässt uns das Label cpo an der Wiederentdeckung teilhaben: Nach den drei Sinfonien, dem späten Violinkonzert und dem Requiem präsentiert cpo nun mit dem Weihnachtsoratorium das bedeutendste chorsinfonische Werk von Richard Wetz. Der Komponist hat den drei jeweils durchkomponierten Teilen seines Oratoriums – „Erwartung und Verkündigung", „Geburt Christ"ì und „Die heiligen drei Könige" – nicht die biblische Weihnachtsgeschichte zugrunde gelegt, sondern ausgewählte altdeutsche Texte, die teilweise als kirchliche Choräle geläufig sind, hier freilich eine ganz andere, subjektiv-dramatische musikalische Umsetzung erfahren („O Heiland, reiß den Himmel auf !").

Zwei Solostimmen übernehmen weitgehend den berichtenden Part, während der Chor das Volk oder die Gemeinde repräsentiert. Dazu hat Wetz hier und da kindlich anmutende volkstümliche Weihnachtslieder eingewoben, die von einem Frauenchor vorgetragen werden. Das Orchester hat wesentlichen Anteil am Geschehen – nicht nur in den Vorspielen zum ersten und dritten Teil, sondern auch in kleinen Introduktionen und Zwischenspielen zu den einzelnen Gesangsnummern. Überall erweist sich Wetz als fantasievoller Instrumentator. Am Schluss eines jeden Teils steht ein mächtiger, entweder hymnischer oder fugierter Chorsatz.

Die sehr persönliche Klangsprache des spätromantischen Einzelgängers Wetz ist durch polyphone Verdichtung gekennzeichnet, die chromatisch eingefärbt bis an die Grenzen der Tonalität führt. Die Erfurter Chöre zeigen sich den daraus resultierenden Schwierigkeiten bestens gewachsen, ebenso die beiden Gesangssolisten, von denen besonders die Sopranistin Marietta Zumbült mit beweglicher Stimme und leuchtender Höhe überzeugt. Der ungarische Bariton Máté Sólyom-Nagy gefällt in der Höhe besser als im noch ausbaufähigen tiefen Register. George Alexander Albrecht, ein Experte für entlegenes Repertoire, dirigiert das formidable Thüringische Kammerorchester Weimar umsichtig mit sicherem Gespür für die Temporelationen und die Herausarbeitung der Kulminationspunkte. Dass die Textverständlichkeit der Chöre streckenweise zu wünschen übrig lässt, mag an den Aufnahmebedingungen liegen. Jedenfalls hat uns cpo einmal mehr eine spannende Wiederentdeckung serviert und darüber hinaus eine aparte Bereicherung des Weihnachts-Repertoires.

Sixtus König † [25.11.2011]

Bechsteinkonzert

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Wetz Ein Weihnachtsoratorium auf alt-deutsche Gedichte op. 53

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Marietta Zumbült Sopran
Mate Solyom-Nagy Bariton
Domchor Erfurt Chor
Thüringisches Kammerorchester Weimar Orchester
Philharmonischer Chor Erfurt Chor
George Alexandre Albrecht Dirigent
 
777 638-2;0761203763825

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