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CD-Besprechung

L.v. Beethoven

Challenge Classics 2 CD/SACD stereo/surround CC72362

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 11.04.11

Challenge Classics CC72362

2 CD/SACD stereo/surround • 34min • 2009, 2006

In seinem Beitrag im Booklet zur vorliegenden Aufnahme tritt der Geiger Sigiswald Kujken die Flucht nach vorne an: Man solle keine „historisierende" Tendenz erwarten, auch wenn diese meist mit dem Namen Kuijken in Verbindung gebracht werde, warnt (oder beruhigt) er den Hörer, die Familie habe sogenannte „moderne" Instrumente benutzt und aus ihrer „eigenen musikalischen Erfahrung und Intuition heraus" (soll wohl heißen: aus dem Bauch heraus) musiziert. Reicht das auf einem Terrain, wo die Konkurrenz quantitativ und qualitativ beträchtlich ist?

Hält man etwa die etwa vierzig Jahre alte Einspielung des Quartetto Italiano dagegen, so lässt sich der Unterschied zwischen dem kultivierten Quartettspiel eines bestens aufeinander eingespielten Ensembles und der unbekümmert musikantischen Herangehensweise des Familienunternehmens studieren. Vergleicht man mit dem Auryn Quartett (um eine der neueren Versionen herauszugreifen), so wirken bei letzterem die schnellen Sätze pointierter, haben die langsamen Teile mehr meditativen Ausdruck. Insgesamt ist die Balance zwischen den Stimmen bei beiden Vergleichsaufnahmen ausgeglichener als bei der Kuijken-Familie, erscheint das Klangbild homogener. Offenbar kommt es doch mehr auf ein waches Ohr an als auf die von Kuijken beschworenen „verwandten Gene"...

Daneben fallen bei den Kuijkens doch mancherlei Eigentümlichkeiten auf, die ihre Wurzeln in der „historischen Aufführungspraxis" haben dürften. Dazu gehören ein aufgerauter, manchmal etwas gepresst wirkender Klang, hastige Tempi, die die Musik nicht zum Sprechen kommen lassen, übertriebene dynamische Kontraste, unvermittelte Nonvibrato- Stellen und ein genereller Hang zu äußerlichen Effekten. Dabei beinhalten Beethovens Razumowsky-Quartette, mit denen der Komponist explizit neue Wege gehen wollte, schon kompositorisch so viel Revolutionäres, dass sie nicht zusätzlich aufgepeppt werden müssen. Übrigens ist der fugierte Schlusssatz des C-Dur-Quartetts (op.59,3) nicht „Allegretto" (wie fälschlich im Booklet angegeben) sondern „Allegro molto" überschrieben, und so wird er auch gespielt – mit ungestüümer Lebensfreude ein Leckerbissen für die Kuijkens.

Eine schöne Ergänzung bildet das 1801 komponierte Streichquintett C-Dur op.29, Beethovens einziges originales Werk für diese Besetzung, das schon in manchen Zügen auf die Razumowsky-Quartette vorausweist. Hier spielt Sigiswalds Frau Marleen Thiers die 2. Viola. Und im Presto-Finale mit seinen witzigen Einschüben können alle Beteiligten nocheinmal die Fetzen fliegen lassen. Man glaubt ihnen gerne, dass sie Spaß dabei hatten.

Sixtus König † [11.04.2011]

Bechsteinkonzert

Komponisten und Werke der Einspielung

CD 1
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L.v. Beethoven Streichquartett F-Dur op. 59 Nr. 1 (Rasumovsky-Quartett Nr. 1) 00:37:28
5 Streichquartett e-Moll op. 59 Nr. 2 (Rasumowsky-Quartett Nr. 2) 00:34:24
CD 2
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 Streichquartett C-Dur op. 59 Nr. 3 (Rasumowsky-Quartett Nr. 3) 00:30:37
5 Streichquintett C-Dur op. 29 00:34:23

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Kuijken String Quartet Ensemble
 
CC72362;0608917236224

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