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CD-Besprechung

J.W. Kalliwoda

cpo 1 CD 777 469-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 12.10.10

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cpo 777 469-2

1 CD • 68min • 2009

Was brauche ich der Wally Coda, hab’ ich Musik von Kalliwoda!” reimte nicht ganz unwitzig der ambulante Poet Sebastian Sechter in seinen „Miszellen zur Kunst“. Ich würde zwar so weit nicht gehen, gern aber schließe ich mich der andernorts vertretenen Auffassung an, daß es sich bei dem böhmischen Zeitgenossen von Schumann, Berlioz und Liszt, der den wesentlichsten Teil seines schöpferischen Lebens in Donaueschingen verbrachte, um eine keineswegs ephemere Erscheinung zwischen den Welten der Klassik und Romantik gehandelt habe: Die beiden hier vorliegenden Sinfonien, die schon früher von cpo veröffentlichten Nummern 5 und 7 sowie die Ouvertüren, mit der die beiden Produktionen auf jeweils gut einstündige Spielzeiten erhöht wurden – diese Werke faszinieren durch eine fürwahr idiosynkratische Kombination vertrauter Zeichen, die ganz unterschiedlichen Gegenden zuzugehören scheinen, ohne dass sie in ihrer Faßlichkeit jemals „gestohlen” wirkten (außer, wenn sie als zitierende Hommage gemeint sind wie Mozarts Jupiter-Final-Motiv im Trio der zweiten Sinfonie, das wir andererseits auch wieder als einen melodischen Topos werden betrachten dürfen).

Dabei zeugt der Sprachschatz des Komponisten von einer außerordentlich großen Flexibilität. Die späte (letzte) seiner rund zwei Dutzend Konzertouvertüren – ein munteres, fast freches Ding, durch dessen Zeilen mitunter Beethovens Egmont blinzelt – läßt keineswegs die quasi introvertierten Töne der beinahe fünfundreißig Jahre jüngeren zweiten Sinfonie erwarten, in deren Kopfsatz sich geradezu archaische Stimmgeflechte und choralhafte Einschlüsse mit später Klassik und einem Schumann mischen, der noch in den Sternen steht. Noch verblüffender ist der regelrecht kammermusikalische Beginn der vierten Sinfonie, die wie ihre acht Jahre ältere Schwester im Leipziger Gewandhause uraufgeführt wurde und gleichfalls freundliche Aufnahme fand: Die phantastisch emportreibenden Gesten, die aus dem trauerhaft-verhaltenen Anfang dramatisch aufschießen, gehören aber auch wirklich zu den markanten Erscheinungen der Zeit, in denen das aufragende Gebirge der Neun Gipfel nur erst von Ferne dräut, während gangbare Weg an den unerreichbaren Klippen vorbei in eine mögliche Zukunft der Gattung eingeschlagen wurden. Warten wir ab, wie sich die erfreuliche und erfreulich dargestellte Persönlichkeit in den noch fehlenden drei Sinfonien zeigen wird. Die Neugier ist groß.

Rasmus van Rijn [12.10.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.W. Kalliwoda Ouvertüre Nr. 16 f-Moll op. 242 – Adagio - Molto vivace e con fuoco 00:07:14
2 Sinfonie Nr. 2 Es-Dur op. 17 00:27:46
6 Sinfonie Nr. 4 C-Dur op. 60 00:32:33

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Die Kölner Akademie Orchester
Michael Alexander Willens Dirigent
 
777 469-2;0761203746927

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