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CD-Besprechung

Ondine ODE 1165-2

1 CD • 54min • 2009

08.10.2010

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Vor einem knappen Jahr mußte ich Olli Mustonen für seinen leichtfertigen Umgang mit den Klavierkonzerten Nr. 4 und 5 von Ludwig van Beethoven ziemlich zurechtweisen. Mit umso größerem Vergnügen schmücke ich ihn jetzt mit der dreifachen „10ì“ für die in allen künstlerischen Belangen hervorragende Leistung, die er als Solist des Concerto in modo misolidico vollbracht hat. Die Größe des Werkes, die wir selbst bei intensivem Zuhören oft nur ahnen, hat sich Mustonen ganz offenbar in vielen Verästelungen erschlossen und verheißt schon im ersten Monolog eine Reise durch geheim-geheimnisvolle Landschaften, die so nur ein äußerst sachkundiger, einfühlsamer Führer zustandebringen kann: Auf geradezu magische Weise beginnt dieses „Klavierkonzert“, das eher eine konzertant-sinfonische Dichtung in drei Sätzen als etwas für die Spezies der Salonvirtuosen ist, einen zeitlosen Sog zu entfalten, der uns ganz natürlich und unaufdringlich, keineswegs vordergründig plakativ ferne Welten aufschließt, weite Gewölbe, die wir nur auf Zehenspitzen durchwandern möchten, ehrfurchtgebietende Ruinenlandschaften hinter sonnendurchwirkten Frühnebeln, Szenen einer so „nie dagewesenen“ Vergangenheit, die aber genau so in unsern Träumen und Wünschen immer hätte sein sollen – wenn es einem gelingt, den Grad der Sympathie für einen schaffenden Künstler derart vermittelnd zu steigern wie es Olli Mustonen hier tut, dann greift man gern ins höchste Notenfach und hört, was einem geboten ward, nicht nur einmal an.

Die idealen Partner des gesamten Ereignisses, Sakari Oramo und das exzellente, warmherzige, nuancenreiche Sinfonieorchester des Finnischen Rundfunks, tragen uneingeschränkt das ihre zum Gelingen bei – so eindringlich, dass ich die Sehnsucht des Nordens nach dem unverwechselbaren Licht des Südens, das, was etwa Jean Sibelius zu seiner zweiten Sinfonie und Selim Palmgren zu seinen klavierkonzertanten Reflexionen inspirierte, in aller subtilen Deutlichkeit mitzuempfinden glaubte. Und das nicht minder in den ganz und gar berückenden Fontane di Roma, deren impressionistisches Funkeln und Stieben das vollends beeindruckende Concerto ideal reflektiert – auch wenn damit die Chronologie der Werke auf dem Kopf steht: Die Zeitlosigkeit ist halt eine allgemeine.

Rasmus van Rijn [08.10.2010]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ottorino Respighi
1Concerto in modo misolidio 00:36:32
4Fontane di Roma 00:17:16

Interpreten der Einspielung

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