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CD-Besprechung

G. Gershwin

Transart 1 CD TR 155

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 10.06.10

Transart TR 155

1 CD • 77min • 2007

Ich muss gestehen, mit dieser französischen Gershwin-Initiative nicht recht glücklich zu sein. Der Pianist, Dirigent, Arrangeur und Komponist Bruno Fontaine verfügt – für mein Empfinden – nicht über jene klavieristisch-konzertanten Gaben, mit denen er Hörer selbst auf einer bereits vertrauten musikalischen Wegstrecke an den Ohren packen könnte, um ihnen sozusagen Neuland zu eröffnen (oder wenigstens zu suggerieren). Dabei scheint dem Solisten das amerikanisch-klassische Genre keineswegs fremd, ja – wie in den biografischen Anmerkungen betont – durchaus vertraut. Aber die Wiedergabe der Rhapsody in Blue wirkt farblich unentschieden abgetönt und ausgeleuchtet, vorsichtig in den entscheidend brillanten Wegstrecken über die Zeit gebracht. Für das F-Dur-Konzert hat diese Haltung einiges für sich, wenn man Gershwin zu Gute hält, sich wenigstens mit einem Fuß auf europäischem Kunstboden bewegt zu haben. Doch es mangelt – ähnlich wie in Sviatoslav Richters später Schwetzinger-Aufführung! – an Slang, an New York-Atmosphäre, an geordneter Unordentlichkeit wie sie etwa Rudolf Buchbinder in zahlreichen Wiedergaben anklingen und schier körperlich spüren ließ (bedauerlicherweise nicht auf „offiziellen“ Tonträgern!). Auch mit dem für ein solches Werk geradezu geborenen André Watts ist mir keine LP- oder CD-Einspielung bekannt. Die Rhapsodie in blue freilich hat Watts in einer furiosen, auf packende Weise auch lässigen Solo-Version für CBS aufgenommen, die in ihrer Mischung aus Charme, rhetorischer Verächtlichkeit und rhythmischer Empfindlichkeit an die historische Gershwin-Vorlage anknüpft, aber pianistisch um Etliches prägnanter daherkommt (und klanglich natürlich aktualisiert).

Robert Russell Bennetts orchestrale Porgy and Bess-Komprimierung wird vom Orchestre National de Lille ordentlich, im Tonfall für meine Begriffe etwas zu akademisch übermittelt. Ich habe einige eindrucksvolle Einspielungen dieses Orchesters unter der Leitung von Jean-Claude Casadesus in Erinnerung – mit anderem Repertoire, zugegeben –, aber hier vermisse ich mit dem Dirigenten David Wroe den letzten Einsatz im Detail wie in der taktübergreifenden Mitteilung. Dies im Detail und manches mehr im Bereich des schwer Erklärlichen erlebt man wie plastisch bebildert etwa in einer alten, klanglich exzellenten Decca-Aufnahme mit dem Detroit Symphony Orchestra unter der Leitung von Antal Dorati!

Vergleichsaufnahmen: Rhapsody in blue: Katchen – Kertész (Decca 4757221), Jardon – Penin (AR Ré-Sé AR 2001-3), Gershwin (Pearl GEM 0022 1927), Say – Masur (Teldec 3984-26202-2), Katchen – Kertész (Great Pianists Philips 456 859-2), Previn (Great Pianists Philips 456 934-2), Schmitt-Leonardy – M.Neumann (ebs 6099), Wild – Fiedler (RCA 09026-68792 2), Ridenour –Varineau (Centaur CRC 2433), Thibaudet – Wolff (Decca 460503-2), Wild – Whiteman (Ivory 64405-70702), Weissenberg – Prêtre (EMI 555-769113-2), Weissenberg –Ozawa (EMI 567-747152-2); Version für Klavier solo: Watts (CBS LP 76508; Concerto in F: Leimer – Neidlinger (Colosseum classics COL 9202.2), Richter – Eschenbach (Schwetzingen 1993 /Hänssler 93.707), Grimaud – Zinman (Erato 0630-19571-2), Bargy – Beiderbecke (Pearl GEM 0022), Previn (Great Pianists Philips 456 934-2), Wild - Fiedler (RCA 09026-68792 2), Rogé - de Billy (Oehms OC 601); Porgy and Bess: Dorati (Decca 410110-2 2K).

Peter Cossé † [10.06.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Gershwin Rhapsody in Blue für Klavier und Orchester 00:17:47
2 Konzert F-Dur für Klavier und Orchester 00:35:06
5 Porgy and Bess (A Symphonic Picture - Arr.: Robert Russell Bennett) 00:24:24

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Orchestre National de Lille Orchester
Bruno Fontaine Klavier
David Wroe Dirigent
 
TR 155;3760036921553

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