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CD-Besprechung

L.v. Beethoven

Tacet 1 CD/SACD stereo/surround S 171

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 27.04.10

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Tacet S 171

1 CD/SACD stereo/surround • 79min • 2009

Wie schön, dass man Beethoven auch in unserer Zeit noch einfach musizieren kann, ohne um jeden Preis das noch nie Dagewesene entdecken zu wollen, ohne unbedingt „neue Tore zu öffnen“ oder gleich wie ein von Missionsdrang immer beseelter Holländer das Rad neu zu erfinden. Wojciech Rajski und seine Truppe aus dem polnischen Sopot bieten einen soliden, über weite Strecken überzeugenden Beethoven und gehen dabei erfreulich frisch und unverkrampft zu Werke, was vor allem der vierten Sinfonie gut bekommt. Allerdings bewegen sich die Tempi gelegentlich an der Grenze des Sinnvollen (zumindest wenn das Klangbild so wenig trocken ist), worunter die Feinzeichnung etwas leidet und die Balance der Stimmen nicht immer die gebührende Beachtung erfährt. Bei der „Eroica“ ist das Tempo des Kopfsatzes ebenfalls zu schnell; so atemlos ohne Punkt und Komma muss man den Satz nicht angehen (zumal das Tempo in der Durchführung nicht gehalten wird), um ihm das Heroische auszutreiben. Von Helden-Pathos kann in dieser Einspielung ohnehin keine Rede sein, denn Rajski setzt auf kammermusikalisches Spiel und meidet auch im Trauermarsch alles Bombastische. Dabei pflegt er einen runden, kompakten Sound, der gelegentlich etwas mehr Biss haben könnte.

Die transistorfreie „Tube Only“-Aufnahmetechnik von Tacet, die sich inzwischen ob ihres klaren, natürlichen Klangs vielfach bewährt hat, scheint hier durch nachträgliche Manipulationen überlagert, die den Klang füllig und im forte undurchsichtig machen. Wurde in der Vergangenheit an traditionellen Aufführungen mit großem Orchester häufig ein Übergewicht der Streicher kritisiert, erscheinen hier die Verhältnisse geradezu umgekehrt: Die Bläser agieren prägnant an akustisch vorderster Front, während sich die Streicher etwas verschämt im Hintergrund tummeln, weshalb manch Motivisches unterbelichtet bleibt und im Wechselspiel Brüche entstehen. Dieser Klangeindruck entstand beim Abhören der zweikanaligen Stereo-Version. Die SACD enthält außerdem für Freunde akustischer Spektakel eine 5.1-Version im „Tacet Real Surround Sound“, wobei die Holzbläser vor dem Hörer und die Streicher in seinem Rücken platziert sind. Ob Beethovens Musik wirklich nach solchen Mätzchen „ruft“, mag dahin gestellt bleiben – ihre Horizonte erweiternde Kraft wird sie, wenn sie engagiert und hellhörig wiedergegeben wird, auch ohne derartige Effekte, rein aus ihrer musikalischen Substanz heraus entfalten.

Sixtus König † [27.04.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L.v. Beethoven Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 (Eroica) 00:45:55
5 Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60 00:32:55

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Polish Chamber Philharmonic Orchestra Orchester
Wojciech Rajski Dirigent
 
S 171;4009850017141

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