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CD-Besprechung

Ludwig van Beethoven Complete Violin Sonatas Vol. 3

Ludwig van Beethoven<br />Complete Violin Sonatas Vol. 3

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 24.03.10

Accent ACC 24213

1 CD • 17min • 2009

Mit Folge 3 der Einspielung sämtlicher Beethoven-Violinsonaten auf Originalinstrumenten ist den mit historisch informierten Musizierpraktiken bestens vertrauten Hiro Kurosaki (Violine) und Linda Nicholson (Klavier) etwas gelungen, was ich als einen absoluten Glücksfall bezeichnen möchte. Nicht die Interpreten, auch nicht der Klang des verwendeten historischen Instrumentariums, allein die Musik der drei frühen, aus dem Jahr 1798 stammenden und Antonio Salieri gewidmeten Sonaten op. 12 und des Rondos G-Dur WoO 41 (1792) zieht die komplette Aufmerksamkeit auf sich – zumindest meine. Schon der aufgewühlt drängende Grundton der Sonate D-Dur op. 12/1, ihr kraftvoller Beginn mit einem gebrochenen Unisono-Dreiklang, dessen Energie sich in der anschließenden weiten Violinkantilene entlädt und schließlich in einen vitalen kontrapunktischen Dialog zwischen Klavier und Violine mündet, weist den Weg. Hier hat man es mit einem impulsiven, vollkommen unverbrauchten, ganz und gar exemplarischen Interpretationsansatz zu tun: mit einer außergewöhnlichen Übereinstimmung zwischen Kurosaki und Nicholson in allen gestalterischen Belangen, die die Sonaten op. 12 mit ihrer reichen musikalischen Gestik aufregend neu erlebbar macht (und glücklicherweise nicht als zwar eigenwillige Schöpfungen, aber eben doch nur Vorläufer zu den folgenden Sonaten abqualifiziert). Ein Genuss sind die lichten und gesanglichen Mittelsätze, in denen die Instrumente wunderbar miteinander verwoben sind und sich gleichberechtigt Führungs- und Begleitaufgaben teilen, in denen aber auch harsche Kontraste unmittelbar nebeneinander stehen, die von Nicholson und Kurosaki keineswegs geschönt oder eingeebnet werden; man höre nur den Variationssatz der D-Dur-Sonate mit dem Aufeinanderprallen von anmutig Fließendem und Ruppigem (etwa die schroffen Sforzati der Moll-Variation). Ohne den Blick für den jeweiligen Zusammenhang zu verlieren, lassen sich die beiden Künstler selbst von kleinsten Ereignissen inspirieren, beispielsweise von den humorigen Akzentverschiebungen im Finale der Sonate A-Dur op. 12/2. Das Ergebnis ist ein höchst spannungsgeladener und klanglich elektrisierender Beethoven, dem in keiner Sekunde der Atem ausgeht. Weder in den rasanten Skalen und dem virtuosen Figurenwerk innerhalb des Kopfsatzes der Es-Dur-Sonate op. 12/3, noch in den geheimnisvollen und empfindungsreichen Momenten des Adagio con molta espressione desselben Werks. Das alles macht überaus neugierig auf die noch fehlenden drei Sonaten op. 30, riecht aber schon jetzt nach einer Maßstäbe setzenden Gesamteinspielung.

Christof Jetzschke [24.03.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L.v. Beethoven Sonate Nr. 1 D-Dur op. 12 Nr. 1 für Violine und Klavier 00:20:09
4 Sonate Nr. 2 A-Dur op. 12 Nr. 2 für Violine und Klavier 00:17:05
7 Sonate Nr. 3 Es-Dur op. 12 Nr. 3 für Violine und Klavier 00:18:29
10 Rondo G-Dur WoO 41 00:04:57

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Hiro Kurosaki Violine
Linda Nicholson Klavier
 
ACC 24213;4015023242135

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