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CD-Besprechung

Johann Sebastian Bach Trio Sonatas

cpo 777 359-2

1 CD • 68min • 2006

09.11.2009

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

„Bach war selbst sein bester Bearbeiter“ – so Karl Kaiser vom Ensemble Camerata Köln in seinem vorzüglichen Begleittext zu der Einspielung der Bachschen Triosonaten BWV 525, 527 und BWV 1027-1029. Da muss die Frage erlaubt sein, welchen Sinn die eigenen Bearbeitungen der Camerata Köln von Werken machen, die nachweislich oder mit großer Sicherheit auf bereits von Johann Sebastian Bach bearbeitete Fassungen früherer Werke zurückgehen. Die vorliegende CD gibt darauf keine Antwort. Muss sie allerdings auch nicht. Denn die für ein kleines Instrumentalensemble eingerichteten Versionen der als Gambensonaten BWV 1027-1029 und Orgeltriosonaten BWV 525 und 527 überlieferten Werke bieten in dem sachgerechten sowie beeindruckend klangsensiblen und flexiblen Umgang der Camerata mit den jeweiligen Vorlagen, in der Wahl der Tempi, dem leichten, transparenten und spannungsvollen Miteinander und in der eleganten Verzierungskunst einen wirklichen Hörgenuss.

Wie kreativ die Camerata vorgeht, zeigen besonders die so genannten Gambensonaten. BWV 1027 behält die „originale“ Gambenstimme bei, übernimmt aus einer früheren Fassung (BWV 1039 für zwei Flöten und B.c.) eine (Travers-) Flötenstimme und den Basso continuo; BWV 1028 und 1029 präsentieren ebenfalls die unveränderte Gambenstimme, die rechte Hand des Cembalos wird jedoch auf ein Melodieinstrument übertragen (Blockflöte in BWV 1028, Violine in BWV 1029), die Bassstimme beziffert und von einer Continuo-Gruppe ausgeführt. Das Ergebnis ist ein gegenüber den Bachschen Fassungen üppigeres, aber auch prägnanteres Klangbild mit deutlich voneinander abgesetzten Oberstimmen, deren fein ziselierte Gestaltung immer wieder ein beispielhaftes Beherrschen des barocken musikalischen Vokabulars durch die Interpreten offenbart. Ein sehr angeregtes Kommunizieren zwischen den Instrumenten kennzeichnet ebenso die Wiedergaben der als Orgeltriosonaten überlieferten Schöpfungen (BWV 525 für Traversflöte, Violine und B.c., BWV 527 für Blockflöte, Violine und B.c.) – Dank der entgegen der Vorlagen eben ganz unorganistischen Dynamik und Artikulation.

Fazit: Welcher Fassung und somit welcher Besetzung dieser Werke man nun den Vorzug geben möchte – die Versionen der Camerata Köln sind ein mustergültiges Abbild der Bearbeitungs- und Arrangier-Freude Johann Sebastian Bachs und in ihren inspirierten Wiedergaben uneingeschränkt empfehlenswert.

Christof Jetzschke [09.11.2009]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johann Sebastian Bach
1Sonata No. 3 g minor BWV 1029 00:14:42
4 Sonata No. 2 major BWV 1028 00:13:48
8Sonata No. 1 G major BWV 1027 for Viola and Harpsichord 00:12:31
12Sonata No. 3 d minor BWV 527 00:13:02
15Sonata No. 1 E flat major BWV 525 00:13:08

Interpreten der Einspielung

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