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CD-Besprechung

L. Boccherini

cpo 1 CD 777 113-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 14.10.09

cpo 777 113-2

1 CD • 63min • 2005

Schon mit den ersten Takten dieser Aufnahme springt einen der italienische Esprit der von dem Stuttgarter Kammerorchester unter der Leitung von Johannes Goritzki eingespielten Kompositionen Luigi Boccherinis förmlich an. Man spürt sofort, dass Goritzki und die Stuttgarter mit Elan, aber fernab möglicher Romantizismen, übertriebenem Drängen oder überhöhter Empfindsamkeit historische Authentizität anstreben – beginnend mit der Tutti-Eröffnung der kleinen, heiteren D-Dur-Sinfonie G 521, eigentlich eine dreiteilige Ouvertüre oder Opernsinfonia nach Art einer echten Einleitungsmusik. Das Werk steckt voller Überraschungen: Trugschlüsse, spannungssteigernde Pausen oder ein fast nahtloses Ineinanderfließen der Sätze mit einem Aufgreifen des ersten Satzes im Finale, das, den zyklischen Zusammenhalt dieses durchsichtig gebauten Werks betonend, zuerst einen der Seitengedanken des Kopfsatzes und erst danach dessen Hauptthema einführt.

Reizvolle Klangmischungen (etwa der Dialog zwischen Oboen und Streichern im Kopfsatz der Sinfonie), Vitalität, ebenso gedankliche Tiefe, dazu Eleganz und Wohlklang – das findet man auch in den beiden Cellokonzerten C-Dur G 477 und D-Dur G 479, die, ihre Ausformung betreffend, zwischen den Konzerten barocker Prägung und den klassischen Sonatenkonzerten stehen. Natürlich sind sie Beispiele für Boccherinis meisterhaftes Ausschöpfen der Spiel- und Ausdrucksmöglichkeiten des Cellos. Ihre technischen Schwierigkeiten werden vom Solisten Johannes Goritzki souverän, virtuos, jedoch ohne großes Aufheben bewältigt. Beide Konzerte leben aber genauso von ihrer mitunter melancholisch grundierten Kantabilität und Innigkeit, wie sie besonders ohrenfällig jeweils in den beiden Adagio-Sätzen zum Tragen kommt. Hierzu passt wunderbar Goritzkis nicht zu schwärmerischer, eher klarer, angenehm entspannter und singender Ton, der für meinen Geschmack allerdings ein klein wenig wandlungsfähiger sein dürfte. Trotzdem gelingt es Goritzki – wie auch dem Stuttgarter Kammerorchester – dem Detailreichtum beider Werke mit feinen Ausdrucksnuancen gerecht zu werden. Gelegentlich wirken die ansonsten sehr wendig agierenden Stuttgarter nach meinem Dafürhalten jedoch etwas zu beherrscht. Aufgefangen wird dieser Eindruck aber von ihrer vorbildlichen Phrasierung, die sich ohne Wenn und Aber nach dem Atem der Musik richtet. Davon profitiert schließlich auch das ganz dem Divertimento-Ton verpflichtete Oktett G-Dur op. 38 G 470, das diese klanglich einwandfreie Produktion komplettiert.

Christof Jetzschke [14.10.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L. Boccherini Sinfonie D-Dur G 521 00:05:15
4 Violoncellokonzert C-Dur G 477 00:19:19
7 Oktett G-Dur op. 38 G 470 00:18:18
8 Violoncellokonzert D-Dur G 479 00:20:00

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Stuttgarter Kammerorchester Orchester
Johannes Goritzki Violoncello
 
777 113-2;0761203711321

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