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CD-Besprechung

E. Lalò

BIS 1 CD 1680

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 08.05.09

Klassik Heute
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BIS 1680

1 CD • 70min • 2007

Der Franzose Edouard Lalo gehört zu jenen Komponisten, bei denen die Berühmtheit eines einzelnen Werks einer angemessenen Rezeption des gesamten Oeuvres im Wege steht. Seine 1875 durch den spanischen Violin-Virtuosen Pablo de Sarasate uraufgeführte Symphonie espagnole findet sich im Repertoire aller großen Geiger und genießt eine Popularität, wie sie – ganz zu Unrecht – bis heute weder Lalos Bühnenwerken Namouna oder Le Roi d’Ys noch seinen anderen Orchesterwerken wie der g-Moll-Sinfonie oder dem prächtigen Cellokonzert zuteil wurde. Der spanischen Sinfonie vorausgegangen war ein ebenfalls für Sarasate geschriebenes Violinkonzert, das einen Wendepunkt in Lalos künstlerischem Leben markiert: Von Misserfolgen frustriert, hatte er 1855 das Komponieren weitgehend eingestellt und sich zehn Jahre lang überwiegend als Bratscher und zweiter Geiger des Armingaud Quartetts betätigt. Durch Sarasate inspiriert, nahm er die kompositorische Tätigkeit wieder auf und fand nun auch die gebührende Anerkennung. 1878 wurde in Berlin mit großem Erfolg seine Fantaisie norvégienne uraufgeführt, unter der Leitung von Max Bruch und ebenfalls mit Sarasate als Solist.

Die vorliegende Produktion fasst die drei von Sarasate uraufgeführten Werke zusammen und bestätigt, dass die Schwesterwerke hinter dem berühmten Opus qualitativ keineswegs zurückstehen. Das glänzende Violinkonzert, das dem brillanten Solopart einen profilierten Orchestersatz entgegenstellt, und die ebenfalls mit Raffinesse instrumentierte, äußerst wirkungsvolle Norwegische Fantasie zeigen einen Komponisten, der sich nie auf ausgetretenen Pfaden bewegt, sondern im Umgang mit Form, Harmonik und Rhythmik jederzeit zu überraschen und zu überzeugen vermag.

Das städtische Orchester von Granada (dessen Holzbläser ein Sonderlob verdient haben) hat man selten so wach und präsent wie in dieser – aufnahmetechnisch vorzüglichen! – Einspielung gehört. Unter dem holländischen Dirigenten Kees Bakels schärft es das Klangbild, strafft die Rhythmen und holt ein Maximum an Effekten aus den überaus dankbaren Partituren. Für laszive Habanera-Nostalgie bleibt freilich in dieser fanatisch präzisen Wiedergabe kein Raum. Jean-Jacques Kantorow spielt technisch perfekt und offenbar eingedenk der Worte des Komponisten, der an Sarasate schrieb: „Ich weiß ... du spielst es wie ein rasender Teufel...“ Allerdings erscheint Kantorows zigeunerhafte Attitude immer mehr von rationalem Kalkül als von spontanem musikalischem Empfinden gesteuert. Auch wenn sich bei Einzelheiten Widerspruch regen mag: eine außerordentlich fesselnde Neuerscheinung, die durch eigenständiges Profil und sorgfältige Ausarbeitung besticht.

Sixtus König † [08.05.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 E. Lalò Violinkonzert Nr. 1 F-Dur op. 20 00:23:55
4 Fantaisie norvégienne 00:13:20
7 Symphonie espagnole d-Moll op. 21 00:31:21

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Jean-Jacques Kantorow Violine
Orquesta Ciudad de Granada Orchester
Kees Bakels Dirigent
 
1680;7318590016800

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