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CD-Besprechung zum Thema
Nordische Symphonik

cpo 777 229-2

1 CD • 71min • 2006

08.04.2009

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Rudolph Simonsen war eine der wichtigsten Persönlichkeiten des dänischen Musiklebens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Heute erinnert man sich seiner in erster Linie als Lehrer, Dozent und Autor. Ab 1915 unterrichtete er Klavier und Komposition am Königlichen Konservatorium Kopenhagen, dessen Direktor er 1931 als Nachfolger von Carl Nielsen wurde. 1943 wurde er als Jude zur Flucht nach Schweden gezwungen, zwei Jahre nach Kriegsende starb er im Alter von nur 58 Jahren.

Das Komponieren hatte er schon Mitte der 20er Jahre mehr und mehr zugunsten seiner Tätigkeit als Pädagoge, Administrator und Autor zurückgestellt. Doch bis dahin hatte er unter anderem vier großangelegte Sinfonien geschrieben, die den Schwerpunkt seines Schaffens bilden. Die Titel der Sinfonien verraten Simonsens weiten kulturellen Hintergrund. Er war belesen, sprach fließend Griechisch, Lateinisch und Hebräisch und verfügte über eine umfassende Bildung in Kunst, Literatur und Philosophie. Die erste Sinfonie, die 1920 unter der Leitung von Carl Nielsen uraufgeführt wurde, trägt den Titel Zion und hat den Weg des jüdischen Volkes aus der Knechtschaft ins Gelobte Land zum Inhalt. Der spannungsgeladene erste Teil schildert den Kampf gegen die Sklaverei, der zweite Teil offenbart die Verheißung als traumverlorene Vision, deren Erfüllung schließlich das hymnische Finale feiert. Die Klangsprache erinnert vielfach an Nielsen, weist jedoch auch starke unabhängige Züge auf. Die zweite Sinfonie ist Hellas überschrieben und von Themen aus der griechischen Antike inspiriert. Der ausgesprochen dramatische, von strenger Kontrapunktik geprägte Kopfsatz nimmt auf die Orestie des Aischylos Bezug. Der zweite Satz – vielleicht der eindringlichste der CD – beschreibt die Einsamkeit vor den Tempeln und beschwört mit melancholischen Holzbläsersoli über archaisch anmutenden Harmonien eine ganz entrückte Stimmung. Pallas Athene, der Göttin des Sieges und der Weisheit, ist der letzte Satz gewidmet.

Der Dirigent Israel Yinon, seit langem als Spezialist für vergessene Werke geschätzt, malt an der Spitze des Syinfonieorchesters von Südjütland mit kräftigen Farben. Zur Einstimmung enthält die CD die zehn Jahre vor der ersten Sinfonie komponierte Ouvertüre g-Moll, die bereits die sichere Hand des Komponisten Simonsen verrät.

Sixtus König † † [08.04.2009]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Rudolph Hermann Simonsen
1Overture g-Moll 00:14:16
2Sinfonie Nr. 1 c-Moll (Zion) 00:35:02
5Sinfonie Nr. 2 (Hellas) 00:21:30

Interpreten der Einspielung

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