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CD-Besprechung

cpo 777 395-2

1 CD • 68min • 2003, 2004

28.01.2009

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Insbesondere in den späteren Werken Pfitzners begegnet mir ein gewisses Übermaß an Pathos und auch Selbstmitleid, das mich eher abstößt. Um so angenehmer überraschte mich die erste Begegnung mit seinem Klavierquintett C-Dur op. 23, das er 1908 komponierte und Bruno Walter widmete. Die Fülle von Ideen ist ebenso atemberaubend wie die immer neuen Klang-Kombinationen; das Werk ist voller Überraschungen und Kontraste. Freunde hieb- und stichfester thematischer Arbeit und Konstruktion kommen hier vielleicht nicht ganz auf ihre Kosten (überzeugende thematische Arbeit war nach Meinung verschiedener Experten überhaupt immer ein besonderer Schwachpunkt Pfitzners). Doch der genialische Zug und das improvisatorische Moment wiegen diese vermeintliche Schwäche mehr als auf und tragen das Stück durch eine spannende Dreiviertelstunde.

Nicht so überzeugend ist das fünfsätzige Sextett op. 55, eines der letzten Werke des seinerzeit 76-jährigen Komponisten. Die aparte Besetzung für Klavier, Klarinette, Geige, Bratsche, Cello und Bass produziert einen gedeckten, düsteren Klang, der insgesamt eher monochrom wirkt und Leuchtendes ausschließt. Das Werk scheint nicht so recht zu wissen, wo es hinwill, läuft im allzu kurzen Finale ins Leere, auch wenn es immer wieder launige, interessante Momente gibt, wie zum Beispiel einen staunenswerten, fast Jazz-artigen Break vom zupfenden Kontrabaß und Klavier (Tr. 9, 7’53). Es erfordert sicherlich mehrmaliges Hören. Ulf Hoelscher und sein Ensemble widmen sich Pfitzner durchaus hingebungsvoll. Leider trüben immer wieder Unstimmigkeiten im Zusammenspiel meinen insgesamt positiven Gesamt-Eindruck: Im Sextett wirkt die Klarinette gelegentlich arg tief angesetzt; im Quintett sind die beiden Geigen nicht gut zusammen, nicht immer ganz sauber, und bei allem Respekt hebt sich doch Ulf Hoelscher als Primgeiger immer wieder allzu unvorteilhaft aus dem Ensemble-Klang heraus. Die Aufnahme hat sehr gutes Rundfunk-Niveau, wirkt aber insgesamt allzu kompakt: Eine größere Räumlichkeit wäre für die Auflichtung der polyphonen Stimmverläufe sicher von Vorteil gewesen.

Dr. Benjamin G. Cohrs [28.01.2009]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Hans Pfitzner
1Quintett C-Dur op. 23 00:42:53
5Sextett g-Moll op. 55 für Klavier, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabaß und Klarinette 00:25:18

Interpreten der Einspielung

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