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CD-Besprechung

Josef Suk

Lebensreife

cpo 777 364-2

1 CD • 53min • 2006

08.01.2009

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

„All das soll ‚natürlich‘ klingen, wie eine ganz normale Erzählung, dabei höchst gespannt, ein Monolog voller Zeichen, die nur der genau versteht, der sie gesetzt hat, und dennoch auch der Hörer, ohne zu wissen, warum.“ Was sich Eckhardt van den Hoogen in seinem Booklet-Text von der Wiedergabe Josef Suks zwischen 1912 und 1917 entstandener einsätziger sinfonischer Dichtung Lebensreife op. 34 erhofft, das erfüllt der vorliegende Live-Mitschnitt in vollem Umfang. Kirill Petrenko und das Orchester der Komischen Oper Berlin zeigen sich dieser ideenreichen, bildhaften und sprachgewaltigen Musik, ihrer atmosphärischen Dichte, aber auch ihrem episodischen Charakter und der Flüchtigkeit unterschiedlicher Stimmungen mehr als nur gewachsen.

Dieses durchaus als musikalische Autobiographie zu verstehende sinfonische Bekenntniswerk des Dvoák-Schülers, -Nachfolgers und -Schwiegersohns beeindruckt mit einer bis dahin, selbst in der erschütternden Asrael-Sinfonie und dem eher träumerischen Sommermärchen nicht erreichten Konzentration des Ausdrucks und formalen Komplexität. Es geht um die Freuden der Jugend, um Liebe, Trauer über den Tod geliebter Menschen, schließlich um den Kampf mit dem Schicksal und die Versöhnung mit diesem – eingefangen in sehr komplexen thematischen Beziehungen, immer wieder neu ansetzenden dramatischen Steigerungen und in beinahe schon bi-tonalen Strukturen, in denen sich die Moderne bemerkbar macht. Dieser (auch klangfarblichen) Opulenz begegnen Kirill Petrenko und das Orchester der Komischen Oper Berlin mit Übersicht und einem elektrisierenden Ausdruckswillen. Ihre überzeugende dramaturgische Gestaltung verbindet fiebrige Intensität mit subtilen dynamischen und stimmungsmäßigen Abstufungen sowie mit einem sorgfältigen Auffächern des ungemein dichten Tonsatzes. Petrenkos feines atmosphärisches Gespür ist auch stets präsent in der Wiedergabe von Josef Suks früher Ouvertüre Märchen eines Winterabends op. 9: große Orchesterromantik eines Zwanzigjährigen zu William Shakespeares A Winter’s Tale, durch die der Klangzauberer Petrenko ebenso souverän manövriert, wie durch die künstlerische Rückschau in Josef Suks Lebensreife op. 34.

Christof Jetzschke [08.01.2009]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Josef Suk
1Lebensreife op. 34 00:38:10
7Märchen eines Winterabends op. 9 00:14:50

Interpreten der Einspielung

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