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CD-Besprechung

S. Neukomm

Ars Produktion 1 CD/SACD 38 030

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 19.11.08

Ars Produktion 38 030

1 CD/SACD • 68min • 2008

Der 1778 in Salzburg geborene Sigismund Ritter von Neukomm war einer der berühmtesten Komponisten seiner Zeit. Wenn es um die Erteilung von Kompositionsaufträgen für repräsentative Anlässe ging, war der im Dienste des Fürsten von Talleyrand stehende Musiker erste Wahl. Sein selbstverfasstes Werkverzeichnis umfasst mehr als 1200 Nummern. Neukomm war zunächst Schüler von Michael, anschließend von Joseph Haydn. Von 1804 bis 1808 wirkte er als Kapellmeister in St. Petersburg, 1810 ließ er sich in Paris nieder. Er war äußerst reisefreudig – fünf Jahre lebte er in Rio de Janeiro am Hof des portugiesischen Königs, später bereiste er Italien, die Schweiz, die Niederlande, England und Nordafrika. Neukomm starb 1858 in Paris, und sein Schaffen (in seiner zweiten Lebenshälfte überwiegend geistliche Musik) geriet bald in Vergessenheit.

Dass man dem Komponisten Unrecht tut, wenn man ihn nur als konservativen Kleinmeister abtut, beweist die vorliegende Veröffentlichung, deren Werke alle während Neukomms frühen Jahren in Wien und St. Petersburg entstanden. In dieser Zeit kreierte er den „Versuch eines neuen Genres“: die einsätzige Fantasie für Orchester, einen Vorläufer der Sinfonischen Dichtung. Die der Entstehung nach erste seiner fünf Orchesterfantasien wurde hier eingespielt, ein knapp viertelstündiges Werk, das sich in ein Adagio in A-B-A‘-Form und ein an die Sonaten-Hauptsatz-Form angelehntes Allegro mit anschließendem Fugato gliedert. Neukomms Einfallsreichtum ist hier ebenso verblüffend wie in der dramatischen Gesangsszene für die Sängerin Hunnius (nach dem auch von Mozart vertonten Text „Misera! Dove son“ von Metastasio), die ein obligates Englischhorn verwendet.

Das dreisätzige „Große Konzert“ für Klavier und Orchester entstand in Wien, vielleicht noch unter Aufsicht Haydns. Auch hier geht der Komponist eigene Wege, wenn er dem Allegro des Kopfsatzes eine langsame Einleitung voranstellt, an der sich Orchester und Klavier mit unterschiedlichen Themen beteiligen.

Die Kantate Ariadne auf Naxos ist ein Werk Joseph Haydns, ursprünglich für Solostimme und Klavier komponiert. 1791 wurde sie in London gedruckt und Haydn versprach dem Verleger, auch eine Orchesterfassung anzufertigen, wozu es jedoch nie kam. Möglicherweise auf Haydns Wunsch hin orchestrierte sein Schüler das Werk 1808 in Wien, wobei besonders die wirkungsvolle Einbeziehung solistischer Holzbläser auffällt.

Die CD gibt einen imponierenden Eindruck von der Arbeit Neukomms, den man gerne – auch durch Werke aus anderen Schaffensperioden – vertiefen möchte. Nicht ganz überzeugend ist die Wiedergabe durch die recht rauh und manchmal unausgeglichen klingende Kölner Akademie mit historischen Instrumenten. Sie bewegt sich fast nur zwischen übermäßig aggressivem forte und mattem piano. Der Klang wirkt vordergründig und benachteiligt die Streicher. Auch das Fortepiano, von der Japanerin Riko Fukuda fingerfertig traktiert, wirkt in seinen Ausdrucksmöglichkeiten recht eingeengt. Größter Aktivposten ist der angenehm runde, geschmeidige Mezzosopran von Marianne Beate Kielland, die auch in der musikalischen Gestaltung die Zwischentöne findet, die man beim Orchester vermisst.

Sixtus König † [19.11.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 S. Neukomm Fantasie c-Moll op. 11 für großes Orchester 00:14:28
2 Misera, dove son! (Scena composta per la Signora Hunnius) 00:07:46
3 Grand concerto pour le piano-forte C-Dur op. 12 00:27:11
6 Arianna a Naxos (Cantata a voce sola del Sig. J. Haydn) 00:18:11

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Marianne Beate Kielland Mezzosopran
Kölner Akademie Orchester Orchester
Riko Fukuda Klavier
Michael Alexander Willens Dirigent
 
38 030;4260052380307

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