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CD-Besprechung

L.v. Beethoven

BIS 1 CD/SACD stereo/surround SACD 1816

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 14.11.08

Klassik Heute
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BIS SACD 1816

1 CD/SACD stereo/surround • 76min • 2008

Wenn ich’s mir ganz einfach machen wollte, bäte ich den geneigten Leser um nichts als die Aufsuchung der Besprechung, die ich vor einem halben Jahr zu der in dieser Serie erschienenen Einspielung der Sinfonien Nr. 1 und Nr. 6 geschrieben habe. Nach erfolgreicher Auffindung derselben wären dann lediglich sämtliche Vorzeichen umzukehren, und schon hätte ich mich der außerordentlich erfreulichen Aufgabe entledigt, eine Produktion zu loben, die sich wie der hellichte Tag von der indifferenten Dunkelheit unterscheidet, durch die Osmo Vänskä und das Minnesota Orchestra anscheinend hindurch mußten.

Das Wunder beginnt am Anfang. Konkret: in der langsamen Einleitung der zweiten Sinfonie, deren violintrillerhaltige Acciaccaturen und nachfolgende Zweiunddreißigstel unmißverständlich auf besondere Ereignisse hindeuten wollen – und diese sind dann in der Tat garantiert: Feingliedrig-aufregende Akzentuierungen (schon die hingetupften Hörner in der bewußten Introduktion sind der reinste Luxus), mit leichten Gesten erzielte Verlagerungen der metrischen Gewichte, beglückend schöne Lyrik und in der Siebten dann über weiteste Strecken eine zwar aberwitzige, nie aber auf gezwungene Originalität oder Urtextlichkeit abzielende tour de force, die ich vorsichtshalber gleich im Stehen gehört habe, weil ich ohnehin bei fast jedem Satz mehrfach aus dem Sitz geflogen wäre. Dabei ist die kleine Einschränkung eher eine der persönlichen Empfindung und „Taktung” – mich springt ein zügiger marschierendes Allegretto nun mal direkter an. Das aber tut der Gesamtkonzeption dieser Einspielung keinen Abbruch, und spätestens, wenn sich gegen Ende des besessen musizierten Allegro con brio die verschiedenen rhythmischen Schichten zu gigantischen tektonischen Verspannungen steigern, indessen die grollend-röhrenden Bässe, als wären’s die Sandwürmer auf Arrakis, mit unendlicher Kraft an die Oberfläche wollen, nun, dann ist Osmo Vänskä auf „seinem” Terrain: Wie weit ist es von hier noch bis zur Finlandia oder gar zur vierten Sinfonie des Meisters Jean Sibelius?!

Der Klang der Produktion entspricht der exzellenten musikalischen Leistung. Hier wird der Raum geradezu erobert, mit scharfkantigen Strahlen durchschnitten, dann flammt es wieder momentweise auf wie von weggeschnippten Zündhölzern, oder es glüht ein volles, gleißendes und doch immer warm-natürliches Licht, das der rundherum einleuchtenden, konturenreichen und schlicht mitreißenden Darstellung das gebührende Ambiente verleiht.

Rasmus van Rijn [14.11.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L.v. Beethoven Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36 00:33:19
5 Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92 00:41:36

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Minnesota Orchestra Orchester
Osmo Vänskä Dirigent
 
SACD 1816;7318599918167

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