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CD-Besprechung

Lambert de Sayve
Messe pour le Sacre de l'empereur Matthias

Lambert de Sayve<br />Messe pour le Sacre de l’empereur Matthias

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 5

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 5

Besprechung: 15.09.08

Ricercar RIC 266

1 CD • 52min • 2006

Kaum ein Besucher Prags, der auf der Burg Hradschin das Matthias-Tor durchschreitet, ahnt oder weiß (auch der musikhistorisch vorbelastete Schreiber dieser Zeilen nicht), wie anläßlich der Inthronisierung des Sohnes Kaiser Maximilians II. im Jahre 1612 die musikalische Ausgestaltung der Krönungsmesse geklungen haben mag und wer sie komponiert hat. Rechtzeitig im Hinblick auf die Würdigung dieses Ereignisses nach 400 Jahren wagt die vorliegende Ricercar-Produktion eine Rekonstruktion dieser Zeremonie. Mag diese Feierlichkeit auch im Wiener Stephansdom als habsburgische Residenz stattgefunden haben, so ist doch die nur kurze Regierungszeit des Kaisers und des böhmischen Herrschers Matthias exakt auf der Prager Burg trotz aller seiner konfessionellen Friedensbemühungen mit dem Prager Fenstersturz 1618 tragisch gescheitert.

Zugleich wird mit dieser Krönungsmusik Missa super Dominus regnavit von 1612 ein Komponist in Erinnerung gebracht, dessen Name mehr oder weniger nur eingeweihten Musikhistorikern geläufig ist: Lambert de Sayve (1549-1614) als kaiserlicher Kapellmeister. Neben Philippe de Monte, Orlandus Lassus und Adrian Willaert gehörte Sayve damals zu den letzten Vertretern der viele Generationen lang das europäische Musikgeschehen beherrschenden franko-flämischen Schule. In eindrucksvoller Weise ergibt sich so ein plastisches Klangbild von dem geistlichen Übergangsstil zwischen Renaissance und Barock, soweit die stilbildenden Kräfte auf das mehrchörig-konzertierende Musizieren der Italiener Gabrieli und Monteverdi in Venedig und Mantua (vorerst noch mit Renaissance-Instrumentarium) zum Vorbild geworden waren.

Daß sich dennoch das vorliegende CD-Tondokument leider nur jenem Zuhörerkreis wirklich erschließt, der einigermaßen mit dem liturgischen Ritual eines lateinischen Hochamtes der katholischen Meßfeier vertraut ist, hätte leicht durch ein ausführlicher konzipiertes, inhaltlich besser ausstaffiertes und sorgfältiger redigiertes Begleitheft vermieden werden können. Umso mehr, als die klingende Realität der Darbietungen von einem hohen künstlerischen Niveau aller Mitwirkenden zeugt. Allerdings verweigern die im „Salle philharmonique“ von Liège auf mehrere Vokal- und Instrumentalchöre verteilten Klangblöcke der vier- bis 16stimmigen Partituren beharrlich eine Transparenz der Mischbesetzungen und die Textverständlichkeit. Mit Ausnahme der Choralschola für die gregorianischen Gesänge werden die vokalen Solostimmen im Geflecht der mehrstimmigen Bläserpartien von den festlich wogenden Klangwellen regelrecht überflutet.

Dr. Gerhard Pätzig [15.09.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Orologio Intrada 00:01:16
2 L. de Sayve Regna triumphalem (Motetto a 12 voci in tre cori) 00:02:35
3 Da pacem Domine sustinentibus 00:02:28
4 Dominus regnavit exultet (Intavolatura per due organi) 00:02:28
5 Missa super Dominus regnavit 00:02:51
6 Missa super Dominus regnavit 00:04:43
7 Rogate aque ad pacem sunt Jerusalem 00:02:33
8 Venite exultemus (a 12 in 4 cori di voci pari) 00:04:15
9 Da pacem (Motetto diminuito) 00:02:18
10 Missa super Dominus regnavit 00:07:18
11 Laudate Dominum quia benignus est 00:01:35
12 Jubilate Deo (Motetto a 16 in 4 cori) 00:03:35
13 Per omnia saecula saeculorum 00:02:30
14 Missa super Dominus regnavit 00:03:58
15 Missa super Dominus regnavit 00:02:00
16 Princeps gloriosissime (Intavolatura per due organi) 00:02:13
17 Pacem meam do vobis 00:01:26
18 Plaudat nunc organis (Motetto in sinfonia a 8 in 2 cori) 00:02:18

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Choeur de Chambre de Namur Chor
La Fenice Ensemble
Jean Tubéry Dirigent
 
RIC 266;5400439002661

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