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CD-Besprechung

P. Tschaikowsky

Ondine 1 CD/SACD surround ODE 1131-5

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 21.07.08

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Ondine ODE 1131-5

1 CD/SACD surround • 60min • 2006

Angesichts der Konkurrenz durch ausgezeichnete, zutiefst berührende Einspielungen dieser Sinfonie (Bernstein, Celibidache, Dorati, Furtwängler, Giulini, Mravinsky, Rostropowitsch, Sanderling) dürfte dieser Konzert-Mitschnitt unter Christoph Eschenbach wenig Chancen haben. Wie bei dem zur Zeit bei BIS entstehenden Tschaikowsky-Zyklus unter Neeme Järvi wird hier blitzblank und virtuos musiziert. Die Spielkultur des Philadelphia Orchestra läßt wenig Wünsche offen (sieht man von den mitunter nicht homogenen Violingruppen ab, was allerdings im Konzert durchaus vorkommen kann). Auch der Klang ist sehr gut, ausgezeichnet durchhörbar und sehr natürlich wirkend – sowohl im Stereo- wie auch im Fünf-Kanal-Sound. Doch wie schon bei seinen Roussel-Aufnahmen ist Christoph Eschenbach so besessen von der Über-Emotionalisierung und Herausstellung jedes einzelnen Details, dass das große Ganze auf der Strecke bleibt. Diese Art des Musizierens erzeugt gepflegte Langeweile auf höchstem Niveau: Nie wird man gepackt, nie geht einem die Musik unter die Haut. Das bekommt der dramatischen sechsten Sinfonie besonders schlecht. Wie harmlos kommt beispielsweise der erste schicksalhafte Donnerschlag in der Durchführung des Kopfsatzes daher, der bei den meisten oben genannten Dirigenten durch Mark und Bein fährt! (Tr. 1, 10’23) Eigenartigerweise berührt Eschenbach in der zehnminütigen Zugabe am Klavier weit mehr denn als Dirigent – sensibel ausgelotete Nuancen gehen einher mit einer Atmosphäre des Doppelbödigen. Leider klingt die Aufnahme der Dumka op. 59 längst nicht so gut wie die Orchesteraufnahme, sondern etwas stumpf, mit leichtem Rauschen. Die Einzelbewertung ist daher uneinheitlich: Den Orchesterklang würde ich mit 10, den Klavierklang nur mit 7 bewerten, die musikalische Qualität der Sinfonie mit 5, die der Dumka mit 9. Daher bleibt unterm Strich nur ein Kompromiß.

Dr. Benjamin G. Cohrs [21.07.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 P. Tschaikowsky Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 (Pathétique) 00:49:45
5 Dumka c-Moll op. 59 (Russische Bauernszene) 00:09:43

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Philadelphia Orchestra Orchester
Christoph Eschenbach Dirigent
 
ODE 1131-5;0761195113158

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