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CD-Besprechung

G.B. Platti

cpo 1 CD 777 340-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 01.08.08

cpo 777 340-2

1 CD • 65min • 2005

Giovanni Benedetto Platti wurde 1697 in oder nahe Padua geboren, erhielt seine Ausbildung in Venedig und verließ Italien 1722, um dem immensen Konkurrenzdruck unter den Musikern seiner Heimat auszuweichen. Er suchte sein Auskommen nördlich der Alpen und ließ sich schließlich in Würzburg nieder, wo er in den Dienst des Fürstbischofs trat. In Würzburg fand er auch seine Frau, die Sopranistin Maria Theresia Lammbrucker, und so blieb er für den Rest seines Lebens in der bischöflichen Residenzstadt. Er war bei Hof eine Art Allzweckwaffe: Er war Sänger, spielte Violine, Violoncello und Flöte, überdies komponierte er. Seine Dienste waren so hoch geschätzt, dass sein Gehalt über dem des Kapellmeisters lag. Im Treppenhaus der Würzburger Residenz, das ab 1750 von Vater und Sohn Tiepolo ausgemalt wurde, ist in der großen Allegorie der europäischen Künste neben Balthasar Neumann, den Tiepolos und anderen auch ein Porträt Plattis zu finden. 1763 ist er gestorben, er liegt auf dem Friedhof der Pfarrkirche St.Peter und Paul begraben.

Platti hinterließ ein mannigfaltiges Œuvre, konzertante Werke, Kammermusik, weltliche und geistliche Vokalwerke, sowie eine lyrische Oper, die ebenso wenig wie einige Oratorien der Nachwelt überliefert worden ist. Sein Stil ist dem Spätbarock verpflichtet, weist gelegentlich in die Vorklassik, ohne sich jedoch dem galanten Stil anzunähern.

Die hier vom Ensemble Epoca Barocca vereinten Sonaten und Trios bieten unterhaltsame und einfallsreiche Gebrauchsmusik, die sich für einen kulturell hoch stehenden Fürstenhof wie Würzburg vorzüglich eignete. Epoca Barocca konzertiert seit 1994 und hat sich auf die Kammermusik der Zeit von Giovanni Benedetto Platti spezialisiert. Mit Sachverstand und Einfühlung widmet es sich diesem Komponisten, der Eleganz mit sicherem Gespür für Struktur und Form verband – einige Musiklexika schreiben ihm gar die Erfindung des zweiten Themas in der Sonatensatzform zu.

Platti bietet musikalische Erholung auf höchstem Niveau: Hat man diese gute Stunde abwechslungsreicher Musik genossen, darf man sich, wie einstmals der Würzburger Fürstbischof, mit bestem Gewissen auf hohem Niveau unterhalten fühlen und sich gestärkt wieder den Anforderungen des Alltags stellen.

Detmar Huchting [01.08.2008]

ClavierTage Göttingen

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G.B. Platti Sonata D-Dur für Violine, Oboe und B.c. 00:12:17
5 Sonata g-Moll für Oboe, Violoncello und B.c. 00:13:08
9 Sonata G-Dur für Violine, Violoncello und B.c. 00:11:35
13 Sonata c-Moll für Oboe und B.c. 00:09:47
17 Sonata d-Moll für Violoncello und B.c. 00:07:40
21 Sonata c-Moll für Oboe, Fagott und B.c. 00:10:13

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Epoca Barocca Ensemble
 
777 340-2;0761203734023

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