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CD-Besprechung

N. Medtner

Naxos 1 CD 8.570298

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 12.09.07

Naxos 8.570298

1 CD • 64min • 2006

Nikolai Medtner, ein Spätling in der Zwischengeneration der russischen Musik um Rachmaninoff und Skrjabin, hat bis heute – wenn überhaupt – einzig mit seinen Klavierwerken überlebt. Es kann nicht schaden, den Blick auf andere Bereiche seines Schaffens zu richten, zum Beispiel auf die Kammermusik und hier im besonderen auf die Violinstücke (während das reichhaltige Lied-Oeuvre wohl kaum auf eine Renaissance hoffen darf). Immerhin ist es kein Zufall, dass ein Pianist der Initiator dieser Veröffentlichung ist, der Kanadier Paul Stewart. Von ihm stammt, neben der angemessenen Interpretation, denn auch die – fachkundige, allerdings ziemlich schwärmerische – Einführung im CD-Booklet. Wenn er Medtners Tonsprache als „hemmungslos romantisch“ etikettiert, trifft er natürlich einen wahren Kern.

In der Tat, zwischen den drei frühen Nocturnes von 1908 – die Medtner als reine Instrumentalstimmen aus Goethe-Liedern herausgelöst hatte – und der drei Jahrzehnte später entstandenen dritten Violinsonate bestehen kaum stilistische Unterschiede, geschweige Entwicklungen. Es sei denn, dass in der Sonate der russische Ton samt Erinnerungen an Volkslieder und orthodoxe Liturgie deutlicher hervortritt – der Komponist trauerte im westlichen Exil offenkundig seiner slawischen Herkunft nach. „Plötzlich strömte das ganze Russland in mich ein“, soll er bemerkt haben.

So pointiert Stewarts Einsatz für Medtner ist – in der klingenden Realität muss er ins zweite Glied treten. Denn zumal die ausladende Sonate (kaum zufällig mit einer Spieldauer von über dreiviertel Stunden als Epica bezeichnet) bietet der Geige ein dankbares Tummelfeld fürs Schwelgen und gelegentlich sogar für rhythmische Abenteuer. Die Geigerin Laurence Kayaleh versteht es, dieses Angebot zu nutzen. Sie garantiert blitzsauberes Spiel, Virtuoses neben Besinnlichem, und sie vermag das emotional Wuchernde zu wahren, ohne in sentimentale Gefilde abzudriften. Jedenfalls, und das ist durchaus als Lob gemeint, weiss sie den Eindruck zu erwecken, es handle sich bei dieser e-Moll-Sonate fast schon um ein Meisterwerk. Im übrigen sollen die beiden früheren Violinsonaten Medtners von 1910 und 1926 in einer zweiten Edition folgen.

Mario Gerteis † [12.09.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 N. Medtner Violinsonate Nr. 3 e-Moll op. 57 (Epica) 00:46:34
6 Three Nocturnes op. 16 00:13:50
9 Fairy Tale b-Moll op. 20 Nr. 1 00:03:14

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Laurence Kayaleh Violine
Paul Stewart Klavier
 
8.570298;0747313029877

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