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CD-Besprechung

P. Tschaikowsky

Ondine 1 CD/SACD stereo/surround ODE 1104-5

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 6

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 04.07.07

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Ondine ODE 1104-5

1 CD/SACD stereo/surround • 68min • 2006

Christoph Eschenbach nimmt Tschaikowskys vierte Sinfonie ungeachtet des sogar selbst vom Komponisten gewählten Titels „Schicksalssinfonie“ als ein Stück absoluter Musik ernst. Seine Interpretation ist frei von Sentimentalität, falscher Gefühlsduselei, übertriebener Dramatisierung. Sie ist relativ streng und gekennzeichnet von der Absicht, die Größe, die formale und inhaltliche Perfektion des Werkes erleben zu lassen. Er setzt auf absolute Klarheit der Faktur und einen sehr differenzierten Klang. Und dass das Orchester den Intentionen seines Chefdirigenten mit Kraft, Verve und Virtuosität folgt, ist diesem Konzertmitschnitt durchweg anzuhören.

Bei aller Zustimmung für Eschenbachs Interpretationsansatz, bei allem Lob für die Deutlichkeit der Zeichnung (Stimmen und Nebenstimmen) ist indes festzustellen, dass Entscheidendes doch fehlt: In erster Linie sind das die drängenden Züge und die Leidenschaftlichkeit gerade dieser Sinfonie. Man entgeht den Affektstürmen ja nicht, indem man sie auf ein Minimum reduziert oder „purifiziert“. Über der ganzen Inszenierung lastet vor allem in den beiden ersten Sätzen eine unangemessene Schwere und Spannungsarmut. Das berühmte „Schicksalsmotiv“ der Bläser, das den Kopfsatz eröffnet, hebt behäbig an, der Satz kommt nur schwer in Gang. Das folgende Andantino in modo di canzona wird fast schon zelebriert: wieder behäbig, sehr langsam, gedehnt. So droht es stellenweise stillzustehen, ja zu zerfallen. Eschenbach lässt wunderbar kantabel musizieren, verliert sich aber in „schönen“ Momenten und Details – die Bläserfigurationen, die das Hauptthema umspielen, erhalten so schon den Rang eines Themas. Immerhin werden der dritte Satz animiert und bewegt und das Finale temperamentvoll und sogar drängend musiziert.

Die Jahreszeiten, 12 Klavierstücke, die Tschaikowsky gleichsam passend von Dezember 1875 bis November 1876 komponiert (jeweils eines pro Monat), sind musikalische Feuilletons, eine Art russischer „Lieder ohne Worte“. Christoph Eschenbach spielt sie mit viel Feingefühl. Er gibt jeder der Miniaturen ihre eigene Physiognomie: Juli und August atmen ländliche Stimmung, September erzählt von einer eher milden Jagd, Oktober ist ein melancholisches Herbstlied, im November fühlt man sich an Kinderszenen à la Schumann erinnert.

Peter Heissler [04.07.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 P. Tschaikowsky Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36 00:46:49
5 Die Jahreszeiten op. 37b 00:21:27

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Philadelphia Orchestra Orchester
Christoph Eschenbach Dirigent
 
ODE 1104-5;0761195110454

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