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CD-Besprechung

B. Bartók

SWRmusic 1 CD 93.194

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 14.05.07

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SWRmusic 93.194

1 CD • 54min • 2006, 2005

Mit ungeheurem Furor werfen sich die beiden ungarischen Pianisten Ákos Hernádi und Károly Mocsári in die Vibrationen, ja mehr noch: in die Zuckungen und grellen Passagenspritzer der Mandarin-Introduction. Es ist die Eröffnung einer düsteren Geschichte – und es ist die kurze Ouvertüre zu einer spannungsvollen Darbietung, genauer: zu einer doppelpianistischen Inszenierung einer Musik, die überraschenderweise nicht nur von den Farben des originalen Orchesters lebt, sondern auf ähnliche Weise von den Härten, Nadelstichen und Fluktuationen des Klaviertones.

Mocsári hat sich in jüngeren Jahren bereits als technisch wendiger, angriffswilliger Interpret einen Langspielplatten-Namen gemacht, während der 48jährige Hernádi außerhalb seiner Heimat weniger bekannt geworden ist (zumindest ist er mir – sozusagen im Schatten der bekannteren Kollegen – weder mit Einspielungen noch als leibhaftiger Konzertgestalter begegnet). Dass die beiden bestens zusammenpassen, belegen nicht nur die energischen, ja rabiaten, in der Bühnenfassung oft frivolen Wechselfälle des auf zwei Klavieren nachempfunden Geschehens, es sind auch die leisen Zonen des Deutens und Andeutens, wie sie etwa im langsamen Satz der Sonate ein hellhöriges, konform atmendes Duo erfordern (und unter diesen Bedingungen auch bekommen).

Während Mocsári und Hernádi im Verlauf der Sonate jederzeit für Balance und Eigenwertigkeit bürgen, vermisse ich im Wirkungsbereich der beiden Perkussionisten Franz Lang und Jochen Schorer jene Unmissverständlichkeit in der Mikroorganisation, jene Intensität des klanglichen, ja des „kantablen“ Zugriffs, wie ich diese Sonderqualitäten aus den Interpretationen mit Formationen wie Rácz / Arlt, Rácz / Váczi, Sadlo / Guggeis oder mit der süddeutschen Schlagpaarung Peinkofer / Gschwendtner in Erinnerung habe.

Das schmälert den Wert der Edition nur am Rande und wird nur jenen Hörern bewusst werden, die sich schon mehrmals und intensiv mit der von Paul Sacher in Auftrag gegebenen Sonate beschäftigt haben.

Vergleichsaufnahmen: Heisser – Jude u.a. (Praga PRD/DSD 250184); Sonate: Duo Stenzl u.a. (Ars Musici AM 1332-2)

Peter Cossé [14.05.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 B. Bartók Der wunderbare Mandarin op. 19 Sz 73 00:30:00
13 Sonate Sz 110 für 2 Klaviere und Schlagzeug 00:24:15

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Ákos Hernádi Klavier
Károly Mocsári Klavier
Franz Lang Schlagzeug
Jochen Schorer Schlagzeug
 
93.194;4010276019817

Bezug über Direktlink

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