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CD-Besprechung

Profil PH06063

1 CD • 61min • 2000

19.04.2007

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Entstanden ist diese Aufnahme auf der Basis der zweiten Edition der Schönen Müllerin, die Schuberts Freund und Interpret mancher seiner Uraufführungen, Michael Vogl, 1830 in Wien herausgab. Diese Version enthält im Vergleich zur Erstausgabe von 1824 manche musikalischen Dreingaben in Form von Verzierungen und auch Notentextabweichungen. In die Aufnahme integriert wurden auch der vom Dichter Wilhelm Müller verfasste, zu rezitierende Prolog sowie der Epilog. Ob diese Zutaten uns das Verständnis des Zyklus erleichtern, mag bezweifelt werden. Angesichts der musikalischen Geschlossenheit und Dichte des Liederkreises wirken die beiden gesprochenen Abschnitte wie künstliche Anhängsel. Und die, wenn auch seltenen, Verzierungen lenken nur ab vom geradlinigen, stringenten Ablauf des musikalischen Geschehens, wirken deplaziert, gekünstelt und seltsam altmodisch im Vergleich zur Direktheit und zeitlosen Gültigkeit der von Schubert in Töne gegossenen Gefühlsbekundungen.

Interpretatorisch sind von Michael Schopper (Jg. 1942) keine Novitäten und risikobereite Auseinandersetzungen zu erwarten wie sie der britische Tenor Ian Bostridge zu bieten hat. Es ist eine solide gesungene Darbietung – trotz seines Alters wartet der Bariton mit einer erstaunlich frisch und intakt gebliebenen Stimme auf – ohne besondere Spannungsdichte, die keinerlei Extreme in Dynamik und Tempowahl sucht und durch ihre zuverlässige Musikalität überzeugt. Ein ähnliches Bild bietet Wolfgang Brunner am Hammerklavier, einem Bösendorfer aus der Schubert-Zeit: gefällig und angepasst verharrt er im passiven Gestus des „zuarbeitenden“ Begleiters.

So plätschert diese Schöne Müllerin insgesamt am Hörer vorbei, harmlos und unaufgeregt wie der vielfach besungene Bach, schwingt sich zu keinen Höhepunkten auf und bleibt damit vor allem den letzten beiden Liedern jenen Seelenschmerz schuldig, den zumal die beiden zentralen Interpreten des Zyklus, Aksel Schiøtz und Fritz Wunderlich, zu evozieren verstehen.

Walter Fritz [19.04.2007]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Schubert
1Die schöne Müllerin D 795 (Liederzyklus nach Gedichten von Wilhelm Müller)

Interpreten der Einspielung

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