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CD-Besprechung

Auryn's Beethoven

String Quartets vol. 3

Auryn’s Beethoven

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 2

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 3

Besprechung: 16.04.07

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Tacet D126

1 DVD-Audio • 1h 42min • 2002-2004

Die Qualitäten des Beethoven-Zyklus des Auryn-Quartetts sind bereits verschiedentlich gewürdigt worden: Seine Meriten liegen mehr bei der flüssigen Eleganz der früheren Quartette als bei den schroffen Attacken des Spätwerks, wobei die sensibel gestalteten langsamen Sätze auch hier von besonders starker Wirkung sind. Die vorliegende Folge 3 erschien bereits 2004 als Doppel-CD in normaler Stereo-Version. Nun lässt Produzent und Tonmeister Andreas Spreer eine (nicht auf dem normalen CD-Player abspielbare) Audio-DVD folgen, die speziell für Surround-Anlagen im 5.1-Standard konzipiert ist. Sie enthält das gesamte Material von 102 Minuten Dauer gleich zweimal – im „Real Surround Sound“, der die Instrumente rund um den Hörer herum gruppiert, und im „Moving Real Surround Sound“, der die Instrumente zusätzlich wandern und den Klangraum sich verändern lässt.

Dass es einen so hervorragenden Tonmeister wie Andreas Spreer reizt, alle Möglichkeiten seines Metiers bis an ihre Grenzen auszuschöpfen, ist verständlich. In wieweit dies der zu transportierenden Musik dienlich ist, ist eine andere Frage. So wenig die Positionierung der Quartettmitglieder in den vier weit auseinanderliegenden Ecken eines Konzertsaals dem Verständnis von Beethovens Musik förderlich wäre (ganz abgesehen von den Schwierigkeiten im Zusammenspiel), so wenig ist dies die künstlich im Surround-Verfahren erzeugte Situation, die den Hörer mitten im Quartett sitzen lässt und die zudem durch starken Hall weniger transparent erscheint als die Stereo-Version. (Böse Zungen könnten fragen, was an diesem Sound „Real“ sein soll....). Die Moving-Version gleicht vollends einem psychedelischen Klang-Trip. Die Musiker wandern aus einer Ecke in die andere, verschwinden im akustischen Nebel, spielen plötzlich im Nebenraum oder verlieren sich in der Tiefe einer imaginären Kathedrale. Der hemmungslos aufgemischte Hall führt zu Überlagerungen und Verzerrungen. Wer unerhörte Klangsensationen sucht oder auf Nigel Kennedy’s galaktischem Winter steht, der ist hier an der richtigen Adresse – mit Beethoven hat es wenig zu tun.

Man könnte das Ganze als Kuriosität belächeln, wenn nicht die dahinter stehende Philosophie bedenklich wäre. Diese zielt (ähnlich wie die des „Regietheaters“ in der Oper) auf eine Entmündigung des Konsumenten: Anstatt seine eigenen Assoziationen zu bemühen, soll der Hörer die vom Tonmeister vorgekaute Nahrung schlucken – die Interpretation einer Interpretation, die sich immer weiter vom abstrakten Original entfernt, indem sie es mit der doppelten Sauce der Subjektivität übergießt.

Welchen musikalischen Sinn kann es haben, mittels technischer Manipulationen einer Quartettaufnahme einen Hörsturz simulieren zu wollen? Nicht weniger naiv erscheint die Vorstellung, der Fortschrittlichkeit von Beethovens spätem Quartettschaffen dadurch Rechnung zu tragen, dass man es sich beim Autofahren am Lenkrad zu Gemüte führt. Spätestens der Hinweis im Beiheft, dass die DVD im Auto am Besten zur Geltung käme („keine Haftung bei Unfällen“), deutet darauf hin, dass sich der Produzent hier doch etwas vergaloppiert hat. Er sollte sich fragen, an welche Art von Hörern er sich eigentlich wendet.

Sixtus König † [16.04.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L.v. Beethoven Streichquartett Nr. 11 f-Moll op. 95 (Quartetto serioso)
2 Streichquartett Nr. 12 Es-Dur op. 127 (1822/1825)
3 Streichquartett Nr. 15 a-Moll op. 132

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Auryn Quartett Ensemble
 
D126;4009850012634

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