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CD-Besprechung

R. Schumann

Troubadisc 1 CD/SACD TRO-SACD 01430

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 09.01.07

Troubadisc TRO-SACD 01430

1 CD/SACD • 77min • 2006

Zu Ehren von Robert Schumanns 150. Geburtstag im Jahr 2006 erscheint bei Troubadisc dieses Programm mit dem Freiburger Pianisten Wolfram Lorenzen als einem Interpreten, der sich schon verschiedentlich als Kenner der musikalisch-romantischen Zeitgeschichte bis hin zu den Kammermusikwerken von Max Reger erwiesen hat. Er trifft mit dieser SACD-Produktion nicht nur auf aktuelle Schumann-Konkurrenz, sondern auch auf einen reich gefüllten Katalog. Daran musste ich denken, als ich Lorenzens im ersten Satz des Faschingsschwanks keineswegs mutlose, schon gar nicht kraftlose Interpretation verfolgte, aber doch die unvergesslichen Eindrücke von verschiedenen Richter-Darbietungen sich als schier unauslöschlich in den Vordergrund drängten. Damit muß ein Pianist rechnen, aber das heißt nicht, dass sich – wie hier bei Lorenzen – im größeren Werkzusammenhang nicht doch eine überzeugende Gesamtstimmung ergeben kann, mit schönen Momenten im gleichsam wachen Delirium der Romanze, mit genügend Elastizität für das Scherzino, mit gutem Sinn für die reibungsvollen Intervallminimalitäten im Intermezzo. Für das problematische Finale mit seinen mobilen Stereotypien fehlt es Lorenzen etwas an Durchhaltekraft, aber in dieser Hinsicht bewegt er sich auf einer schwierig zu bewältigenden Durststrecke mit unzähligen Kollegen sozusagen auf Fingerhöhe.

Gute Werte an Innigkeit, an Zartheit (op. 12 Nr. 1 und 3), an dunkler Passion und rhythmischer Beherztheit (op. 12 Nr. 5 und 2) erzielt Lorenzen in den Fantasiestücken, deren für die Finger vier und fünf der rechten Hand so heikle Traumeswirren-Studie ihm flink von der Hand geht.

Die Sinfonischen Etüden bringt Lorenzen in der Fassung von 1834/36 mit zwölf Etüden. Das heißt, er „ignoriert“ die fünf posthum erschienenen Variationen – vielleicht auch aus zeitlichen Gründen, denn mit 77’ Spieldauer ist schon fast ein Maximum erreicht. Die virtuosen Etüden sind mit Tempo, mit Verve übermittelt, ohne Verlangen nach Grenzwerten, und mit klarem Blick für den Text, wobei ich an die Beachtung der verschiedenen kleinen Notenwerte im Verlauf der „französischen“ Grave-Etüde (Nr. 8) denke. Wiederum im Finale vermisse ich gegen Ende letzte, steigernde Entschlossenheit. Dies mindert aber nicht den Wert eines insgesamt hochsoliden, verantwortungsvollen Beitrags zum Schumann-Jahr. In dieser Hinsicht ist auch der Begleittext von Irmgard Knechtges-Obrecht hervorzuheben.

Peter Cossé † [09.01.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Schumann Faschingsschwank aus Wien op. 26
2 Fantasiestücke op. 12
3 Sinfonische Etüden op. 13

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Wolfram Lorenzen Klavier
 
TRO-SACD 01430;4014432014302

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