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CD-Besprechung

Warner Classics 2564 63426-2

1 CD • 65min • 2006

28.12.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

So interessant es ist, wenn sich ein so genannter Romantik-Spezialist für zeitgenössische Musik einsetzt, so neugierig mag man sein, wenn sich ein anerkannter Könner des Heutigen auf Schumanns Spuren versucht. Unbefriedigend – auch technisch – habe ich Pierre-Laurent Aimards Interpretation der Beethoven-Sonate op. 10,3 im Rahmen der Salzburger Festspiele vor einigen Jahren in Erinnerung. Auch seine Grazer Darbietungen der Beethoven-Konzerte unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt mochten mich nicht recht überzeugen. Im Gegensatz zu Olli Mustonons Dauer-Nonlegato-, ja fast schon Dauer-Stakkato-Verfügungen erwies sich der Franzose dann doch als verbindlicher, Musik verbindender Gestalter.

Und nun zwei zentrale Werke von Schumann! Für die Plazierung der posthumen Etüden des Zyklus’ op. 13 hat er sich zu einer Paketversion zwischen den Variationen Nr. 6 und 7 entschieden. So werden ein „Allegro molto“ und ein „Marcatissimo“ sozusagen versöhnt, nicht eigentlich unterbrochen, von schönen, sehnsüchtigen, sehr verspielten Variationen. Und diese von Schumann ausgesonderten „Stücke“ tönt, färbt, verlebendigt Aimard mit innigem, werbendem, wenn nötig auch flirrendem Ton, so wie überhaupt die weniger bewegten Stücke in den Etüden und auch im Verlauf des Carnaval eine stärkere Affinität zur jeweiligen Thematik zu verkünden scheinen. Im Gegensatz zu den primär brillanten, auch sportlichen Charaktären der beiden „Zyklen“, die ihn zwar nicht betulich, aber auch nicht gerade als Ausnahmeartisten zeigen.

Die Aufzeichnungen werden als „live“ aus dem Wiener Konzerthaus angegeben. Sauber kommen sie herüber, womöglich etwas „geschönt“, aber das ist ja die Praxis heute im Gegensatz zu wirklich echten Mitschnitten älterer Jahrgänge. Verwunderlich ist es, dass Aimard im Carnaval die von Schumann eigentlich nur zum stillen Lesen verfügten „Sphinxes“-Noten (Track 27) zu kläglichen Tönen erweckt. Hier sollte sich ein Künstler literarisch ebenso orientiert zeigen wie in seinen Stockhausen- oder Messiaen-Darlegungen.

Insgesamt eine CD für Aimard-Verehrer, aber – wie ich meine – kein echter Akzent für die Schumann-Interpretation mit einem riesigen Katalog von markanten Einspielungen (von Anda, Arrau, Kempff bis Richter, Sokolov und Weissenberg – um nur ein paar Namen anzutippen…).

Peter Cossé † [28.12.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Robert Schumann
1Sinfonische Etüden op. 13
2Carnaval op. 9 (Scènes mignonnes sur quatre notes)

Interpreten der Einspielung

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