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CD-Besprechung

cpo 777 211-2

1 CD • 79min • 2005

03.11.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Der Brahms-Freund Heinrich von Herzogenberg komponierte 1894 auf Anregung seines Freundes, des bekannten Bach-Biographen Friedrich Spitta, ein schlichtes Weihnachtsoratorium, ausdrücklich gedacht für den Gottesdienst und besetzt für kleine Kräfte – Soli, Chor, Streicher, Oboe, Harmonium und Orgel. Auch der Choralgesang der Gemeinde wurde ausdrücklich miteinbezogen. Spitta hat das Ergebnis himmelhoch gepriesen, allein – beim Hören dieser Produktion mag man dem im Booklet abgedruckten, geistigen Höhenflug Spittas (“Ein volkstümliches Weihnachtsoratorium”) nicht so recht folgen. Herzogenberg war ein feinsinniger Künstler und gut ausgebildeter Tonsetzer, aber mit seinen 80 Minuten hat das Stück ausgesprochene Längen. Auch nur um die nötigsten Episteln, Gebete und einen kurze Predigt ergänzt, macht es einen Weihnachtsgottesdienst sicher gut über eineinhalb Stunden lang. Vor allem fehlt es dem Werk an dramatischen Kontrasten, auch durch die auferlegte Selbstbeschränkung der Mittel. Allzusehr klingt die Bach-Verehrung des Komponisten durch; nur selten ist der Satz wirklich packend – wie beispielsweise der Vers “O Erd, schlag aus” aus dem Kirchenlied O Heiland, reiß die Himmel auf (Tr. 5), den Herzogenberg ähnlich wie Brahms in seiner bekannten gleichnamigen a cappella-Motette atmosphärisch dicht gestaltete.

Dem Kirchenmusiker Matthias Beckert, Leiter des Ökumenischen Hochschulchors Würzburg, ist fur diesen ambitionierten Rettungsversuch sicherlich ebenso zu danken wie dem Label cpo für die Veröffentlichung dieses Live-Mitschnitts vom 3. und 4. Dezember aus der Würzburger Neubaukirche. Vielleicht wird so auch der eine oder andere Kirchenmusiker endlich einmal auf das Werk aufmerksam. Freilich: auf CD wirkt dieses Oratorium gerade im Hinblick auf die von Herzogenberg aufgestellten Prämissen doch reichlich deplaziert – zumal das streckenweise sehr unhomogene Streichergruppen-Spiel des sicherlich ad hoc zusammengestellten Orchesters auch nicht gerade für sich einnimmt... Die gute sängerische Leistung macht diesen Mangel nicht wett; die Aufführung wirkt farblos, was den Eindruck der Ermüdung noch verstärkt.

Dr. Benjamin G. Cohrs [03.11.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Heinrich von Herzogenberg
1Die Geburt Christi op. 90 (Religious Oratorio/Kirchenoratorium)

Interpreten der Einspielung

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