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CD-Besprechung

R. Schumann

Berlin Classics 1 CD 0017872BC

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 28.08.06

Berlin Classics 0017872BC

1 CD • 70min • 2005

Michaela Kaune, die sich vor ein paar Monaten mit ihrem ersten Recital bei Berlin Classics (Orchesterlieder von Richard Strauss) als eine herausragende Lied-Interpretin unserer Zeit ausgewiesen hat, behauptet diesen Rang auch in den jetzt bei der selben Firma veröffentlichten Klavierliedern von Robert Schumann. Dabei hat sie in dem Pianisten Burkhard Kehring einen ebenbürtigen Partner, der mehr ist als Begleiter, nämlich zugleich Mentor und in gewisser Weise „Regisseur“. Gemeinsam unternehmen sie eine sehr gründliche und nachdenkliche Schumann-Lektüre, die auch die Tiefenschichten der Musik und der vertonten Texte erfasst.

So vermittelt selbst der vielstrapazierte Zyklus Frauenliebe und -leben eine neuartige Hörerfahrung, weil sich die beiden Künstler ihm nicht affirmativ nähern, sondern sorgfältig zergliedernd. Kehring schreibt in seinem Booklet-Kommentar, dass ein Literaturkenner und Verehrer Jean Pauls wie Schumann sich mit dem eindimensionalen und unbeholfenen Text Adelbert von Chamissos nicht zufrieden geben konnte und deshalb bewusst dem Text zuwider komponiert habe. Die Interpretation, die wir zu hören bekommen, erbringt den Beweis dieser These.

Auch in den anderen, weniger bekannten Zyklen des Programms wird vor allem Schumanns Modernität erfahrbar, sein Gespür für Risse und Brüche in den Texten und in den Seelen des jeweiligen lyrischen Ichs. Die unter dem unmittelbaren Eindruck der Dresdner Maiaufstände 1849 geschriebenen Lieder der Mignon sind Welten entfernt von den bekannteren Vertonungen Schuberts und Liszts.

1851 entstanden die Lieder nach 7 Gedichten der 1825 im Alter von erst 17 Jahren verstorbenen Dichterin Elisabeth Kulmann, von deren hohem literarischen Wert der Komponist fest überzeugt war. Nicht zum ersten Mal zeigt Schumann hier besondere Einsichten in die Kinderseele, dabei ist die erreichte „zweite Naivität“ Resultat eines hochentwickelten Kompositionsgeschicks. Es ist hilfreich, dass dem Liedvortrag in diesem Falle die Anmerkungen Schumanns hinzugefügt werden, von Udo Samel diskret und sachlich vorgelesen.

In den fünf Gedichten der Maria Stuart, deren Authentizität umstritten ist, wird die Gesangslinie deutlich zugunsten der Deklamation aufgelöst – ein zur damaligen Zeit noch ziemlich gewagter Vorgang. Michaela Kaune durchschreitet die sehr unterschiedlichen Seelenlandschaften Mignons, Elisabeths und Marias mit traumwandlerischer Sicherheit und einem klaren, reinen und durchaus variablen Ton.

Ekkehard Pluta [28.08.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Schumann Frühlingslust op. 125 Nr. 5
2 Sieben Lieder op. 104 (Kulmann/Großheinrich)
3 Gedichte der Königin Maria Stuart op. 135
4 Blume der Ergebung op. 83 Nr. 2
5 Frauenliebe und -leben op. 42
6 Schneeglöckchen op. 79 Nr. 26 (1849)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Michaela Kaune Sopran
Burkhard Kehring Klavier
Udo Samel Sprecher
 
0017872BC;0782124178727

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