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CD-Besprechung

Maranata Neue spirituelle Orgelmusik

limbergmusic LCD 078

1 CD • 58min • 2005

07.03.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Hans-Martin Limbergs CD Maranata trägt den Untertitel Neue spirituelle Orgelmusik.

Befürchtungen, daß es sich um New-Age-Musik handeln könnte, werden beim Hören rasch zerstreut, die Hoffnung, daß hier neue Wege für die Orgelmusik aufgezeigt werden, leider auch. So bleibt der Eindruck, den die CD hinterläßt, zwiespältig.

Es handelt sich um acht Stücke für Orgel solo zu verschiedensten spirituellen Texten, vom Psalm 18 über Angelus Silesius bis hin zu Anselm Grün, die im zweisprachigen Booklet wiedergegeben sind, das leider sonst keine weiteren Informationen zu den Stücken gibt.

Der 1961 geborene Limberg zeigt sich als versierter Improvisator, der sein Handwerk beherrscht; obwohl die Stücke auf Maranata als Kompositionen schriftlich festgehalten und auch verlegt sind, klingen sie doch wie Improvisationen, souverän gestaltet und interpretiert, doch nicht überraschend in Registrierung, Form und Harmonik. Die Stücke sind geprägt von konventioneller Harmonik mit jazzigen Anklängen, von denen man sich viel mehr wünschen würde, da Limberg diese Sprache bestens beherrscht. Die Registrierungen ähneln sich sehr; auch hier greift der Interpret auf altbewährte und wenig originelle Kombinationen zurück.

Es wird wieder einmal deutlich, wie schwer es ist, die Orgel aus ihrem historischen und liturgischen Kontext zu lösen und ihr die Lebendigkeit des Jazz zu verleihen. Limberg, Finalist des 1. internationalen Jazzchurch-organ-Wettbewerbs in Hannover, gelingt dies nur teilweise. Manche Stücke wie das titelgebende Maranata sind erfrischend, packend und lebendig gespielt, und machen Lust auf mehr. Voller Esprit und Poesie werden die programmatischen Texte dargestellt. In den ruhigen Sätzen entstehen sehr schöne Klangbilder und Farben, beispielsweise in Stern der Sehnsucht und In Paradisum. Andere Sätze hingegen unterscheiden sich nicht von einer (guten) liturgischen Improvisation. Limberg zeigt in seinen Werken eine eigene, persönliche, aber doch nicht unverwechselbare Sprache.

Das Instrument, die Crescentia-Orgel der Kirche St. Martin zu Kaufbeuren, erbaut im Jahr 1999 von der Firma Schmid aus Immenstadt mit 52 Registern auf drei Manualen, präsentiert sich mit barockem Rückpositiv und französisch-romantisch gefärbtem Schwellwerk als typisches Instrument unserer Zeit. Sie verfügt über ausdrucksvolle Einzelstimmen (wie die wunderbare Flûte harmonique) und einen rundes, warmes Tutti. Eine größere Bandbreite an unterschiedlichen und vor allem gewagteren Registrierungen hätte die klangliche Vielfalt des Instruments sicher besser abgebildet.

Trotzdem macht es Spaß, die Musik zu hören, denn Limberg musiziert voll unbekümmerter Spielfreude, spontan, emotional und wohltuend unakademisch. Er trifft sicher einen Nerv der Zeit, in der klassische Orgelkonzerte oft vor fast leeren Bänken stattfinden, Programme, die einen spirituellen Inhalt haben, die Kirchen füllen und vor allem Menschen, die sich sonst nicht für die Orgel interessieren, locken. Und dieses Publikum wird wohl die meiste Freude an dieser CD haben, ein untypisches Orgel-Publikum, das zu klassisch-strengen Programmen keinen Zugang hat. Limbergs Musik ist meditativ, farbig, angenehm zu hören, aber nicht aufwühlend, erschütternd oder anstrengend, da sie keine neuen Wege beschreitet. Sie ist zu empfehlen für Hörer, die Lust auf zeitgemäße Orgelklänge haben, die sie nicht (über)fordern.

Anne Horsch [07.03.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Hans-Martin Limberg
1Psalm 18
2Stern der Sehnsucht
3Maranata - Mantra
4In Paradisum
5Rhythm of Time
6Nachtgesang
7Traumkathedrale
8Creator Spiritus

Interpreten der Einspielung

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