Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

B. Bartók • G. Klein • B. Martinů

Ondine 1 CD/SACD stereo/surround ODE 1072-5

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 01.12.05

label_1055.jpg
→ Katalog und Neuheiten

Ondine ODE 1072-5

1 CD/SACD stereo/surround • 69min • 2005

Das beste an diesem live-Mitschnitt, entstanden im Mai 2005 zum 60. Gedenken des Kriegsendes, ist die Mischung aus Bekanntem und Unbekanntem: Bartoks recht häufig gespieltes Konzert für Orchester wird ergänzt durch das viel zu selten aufgeführte Memorial to Lidice von Bohuslav Martinu und das Streichtrio von Gideon Klein, entstanden kurz vor seinem Tod 1944 im Vernichtungslager Ausschwitz, in der ergiebigen Bearbeitung als Partita für Streichorchester von Vojtech Saudek (1990). Das zweitbeste daran ist die engagierte Darbietung eben jener Partita durch die fulminanten Streicher des Philadelphia Orchestra, die Eschenbach hier weise einfach ihre Arbeit tun läßt. Doch Martinus erschütternde musikalische Aufarbeitung des Massakers der Nazis in Lidice bei Prag im Juni 1942 kommt in Hollywood-artiger Opulenz daher, wirkt wie eine am Computer nachgefärbte Schwarzweiß-Aufnahme und geht kein bisschen unter die Haut; Klang-Kontraste und Dynamik sind ziemlich nivelliert. Allenfalls gefällig ist auch Bartóks Orchesterkonzert, eingängig wie ein barockes Concerto Grosso in einer Orchesterfassung á la Hindemith. Vergleicht man Eschenbachs wie am Schnürchen ablaufende Aufführung mit dem von der EMI vorgelegten live-Mitschnitt unter Sergiu Celibidache vom 20. März 1995 in München (EMI 5 56528 2) – insbesondere auch unter Berücksichtigung von Celibidaches Einsichten zu Bartók in dem nachgestellten Probenmitschnitt –, dann kann man nur erschüttert feststellen, daß Eschenbach von der geistigen Tiefe des Werkes kaum etwas hat umsetzen können. Es gibt kaum Nuancen und jede Phrase klingt wie die andere – professionalisierte Langeweile, die einen an Celis berühmten Ausspruch denken läßt: “Schade, daß es in der Musik so viele Analphabeten gibt, die Lesen und Schreiben können.” Der Gesamtklang ist obertonarm, farblos und hat zwar viel Breite, doch wenig räumliche Tiefe.

Dr. Benjamin G. Cohrs [01.12.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 B. Martinů Memorial to Lidice H 296 für Orchester (Gedenken an Lidice, 1943)
2 G. Klein Partita für Streichorchester (nach dem Streichtrio von 1944)
3 B. Bartók Konzert für Orchester BB 123 Sz 116

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Philadelphia Orchestra Orchester
Christoph Eschenbach Dirigent
 
ODE 1072-5;0761195107256

Bestellen bei jpc

label_1055.jpg
→ Katalog und Neuheiten

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

Impressum Kontakt AGBs Datenschutz Haftungsausschluss Mediadaten Sitemap

© Klassik Heute GbR

jpc
Benevento Publishing