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CD-Besprechung

Claudio Monteverdi

Il quarto libro de madrigali

Naxos 8.555310

1 CD • 74min • 2002

16.11.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Auch wenn die Musik von Claudio Monteverdi fast 500 Jahre alt ist, darf man an der Schwelle eines neuen Jahrtausends doch nicht vergessen, dass dieser Meister zu den bedeutendsten Avantgardisten der europäischen Musikgeschichte zählt: Mit einer genialen Kraft, die in der Kulturgeschichte unseres Kontinents, auf die man zu Recht stolz sein kann, einmalig ist, bündelte er die modernen Strömungen seiner Zeit in einen neuen Stil und wurde für die nachkommenden Generationen zum verpflichtenden Vorbild. Seine acht Madrigalbücher begleiteten seinen kompositorischen Lebensweg, sie sind eine Art kammermusikalischer Autobiographie des Komponisten.

Zwischen der Veröffentlichung des dritten und vierten Madrigalbuches liegen elf Jahre, eine für heutige Verhältnisse beträchtliche Zeitspanne, die für das Zeitgefühl des Frühbarocks noch um ein Beträchtliches länger wird. Die interessierte Kunstgemeinde dürfte von dieser neuen Veröffentlichung eines in der ganzen damaligen Welt hoch geachteten Komponisten einiges erwartet haben. Man wurde nicht enttäuscht: Monteverdi sah keinen Grund, von seinem Weg einer expressiven Musik abzugehen, obwohl gerade diese neue musikalische Ästhetik zu den heftigen Auseinandersetzungen zwischen frühbarocken Modernisten und den Idealen der Renaissance verhafteten Traditionalisten geführt hatte. Er beschritt den einmal eingeschlagenen Weg konsequent weiter, und diese Prinzipientreue sollte auch für das kommende fünfte Madrigalbuch gelten. Somit stellt das vierte Madrigalbuch von Monteverdi den Höhepunkt einer zukunftsweisenden Idee von dramatischem und gleichzeitig lyrischem Ensemblegesang dar, der nach einem revolutionären „Urknall“ innerhalb eines mit großer Dynamik sich weiter entwickelnden Kosmos der ästhetischen Vorstellungen in der Musik des 17. Jahrhunderts ein stabiles Ideal bleiben sollte.

Vergleicht man die Einspielung des Ensembles Delitiæ Muasicæ mit den Aufnahmen des Concerto Italiano unter der Leitung von Rinaldo Alessandrini, die für die zeitgenössische Interpretation von Monteverdis Musik einen durchaus kanonischen Status behaupten, fällt auf, daß Alessandrini einen dramatischen Ton anschlägt, der den Madrigalen einen stark szenischen Charakter verleiht. Das hat durchaus seine Reize, doch kommen bei den Interpretationen von Delitiæ Musicæ, die keinesfalls Temperament vermissen lassen, die satztechnischen Raffinessen Monteverdis besonders gut zur Geltung. Also: eine hoch achtbare Alternative, die gemeinsam mit Alessandrinis dramatischen Kleinkunstwerken die ganze Vielfalt von Monteverdis Genie sehr gut zur Geltung bringt. Die klare Aufnahmetechnik unterstützt das interpretatorische Ziel von Marco Longhini und seine Musikern bestens.

Detmar Huchting [16.11.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Claudio Monteverdi
1Il quarto libro de madrigali

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