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CD-Besprechung

Music From the Motion Picture Charlie und die Schokoladenfabrik

Warner Bros 7226424

1 CD • 54min • 2005

12.09.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

In dem Soundtrack zu Tim Burtons Film nach Roald Dahls groteskem Kinderbuch Charlie and the Chocolate Factory darf Komponist Danny Elfman nicht nur seinen Sinn für´s Absurde endlich einmal auf die Spitze treiben; er ist in den fünf Auftrittsliedern der Hauptcharaktere auch noch als vielseitiger Sänger zu erleben – im Multitrack-Verfahren und elektronisch verfremdet sowohl als Solist wie auch als sein eigener Chor. In diesen Liedern, die passenderweise zu Beginn der CD präsentiert werden, tobt sich der Komponist so hemmungslos in der Verwendung musikalischer Klischees seiner Vorbilder unter den Komponisten-Kollegen aus, daß es fast schon weh tut. Schon in Augustus Gloop (Tr. 2) hört man eine Parodie auf Nino Rotas La Strada (ähnlich augenzwinkernd übrigens zitiert im Titelthema zur deutschen Kultserie Raumpatrouille); Violet Beauregarde (Tr. 3) wiederum erinnert frappierend an John Williams’ Klänge für Jabba´s Palastband in Star Wars – A New Hope.

Nach diesem vergnüglichen, zehnminütigen Auftakt beginnt mit den „Main Titles“ (Tr. 6) der eigentliche sinfonische Soundtrack des von Rick Wentworth dirigierten Studio-Orchesters. (Wer nur diesen hören möchte, sollte die Tracks 1 bis 5 und 21 weglassen.) Auch hier setzt sich das Element der Verfremdung fort: Man glaubt anfangs, eine abgedrehte Persiflage auf Jerry Goldsmiths The Omen zu hören, versetzt mit Elementen aus der fantastischen Microcosmos-Musik von Bruno Coulais. Aus solchen Zutaten mixt Danny Elfman eine comic-artige Klangcollage, voller Fantasie, zugleich aber seinem Stil treubleibend – plakativ, flächig, das groß besetzte Orchester differenziert aufgefächert mit exotischen (eine Sitar in Tr. 8, wo ein indischer Palast geschildert wird), elektronischen und perkussiven Elementen. Allerdings ist die Musik motivisch nur wenig an die Auftrittslieder der Charaktere gebunden – zumindest nicht in den auf die CD gebannten 43 Minuten, was wohl etwa zwei Drittel der gesamten komponierten Musik ausmacht. Ausführliche thematische Arbeit wie bei Jerry Goldsmith, Elmer Bernstein, John Williams oder Bernard Hermann (alle auch vorzügliche „ernsthafte“ Sinfoniker) scheint nicht die Sache von Danny Elfman zu sein. Das tut allerdings dem Hör-Vergnügen an dieser fantasievollen Produktion keinerlei Abbruch.

Dr. Benjamin G. Cohrs [12.09.2005]

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