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CD-Besprechung

K. Penderecki

Dux 1 CD 0479

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 07.09.05

Dux 0479

1 CD • 50min • 2004

Fast ein halbes Jahrhundert kompositorischen Schaffens umspannt diese Aufnahme der Werke für Violine und Klavier Krszysztof Pendereckis – von der frühen Ersten Sonate (1953) bis hin zur Zweiten Sonate aus dem Jahr 2000.

Die Erste Sonate ist das Werk des noch klar in einer Phase der Sprach- und Stilfindung befindlichen Zwanzigjährigen: Von klassischer, dreisätziger Form und jugendlichem Schwung wirkt das virtuose und durchaus originelle Stück wie ein eklektischer Mix aus Stilelementen der großen Neoklassiker Bartók, Strawinsky, Hindemith und Schostakowitsch. Die Geige ist Pendereckis Instrument. Für sich selbst schrieb er ein paar Jahre später (1959) Miniaturen für Violine und Klavier. Hier erleben wir schon in Ansätzen den „modernen“ Penderecki der sonoristischen Periode: Tremoli, fahle Flageolette, albtraumhafte sul-ponticello-Klänge und Pizzicati in den Saiten des Klaviers prägen das Klangbild. Die beiden restlichen Werke der CD führen uns zum „geläuterten“, reifen (Spät)stil des Komponisten: Zur 1984, quasi als „Postscriptum“ des Bratschenkonzertes entstandenen Cadenza für Viola allein (hier in der 1986 von Christiane Edinger arrangierten Fassung für Violine) und zur im Jahr 2000 für Anne Sophie Mutter komponierten zweiten Sonate für Violine und Klavier. Was die Faktur dieser beiden Stücke anbelangt, schließe ich mich gerne dem Bonmot eines bekannten Komponistenkollegen Pendereckis an, der einmal meinte, Penderecki wisse, wie man die Suppe kocht. Zweifelsohne also Musik von hohem handwerklichem Können, die selten den Effekt verfehlt. Auf mich wirkt sie dennoch oft wenig individuell, allzu klischeehaft (so ist beispielsweise der zweite Satz der zweiten Sonate stark an Schostakowitsch angelehnt). Die beiden Interpretinnen bemühen sich nach Kräften, der vorn im Booklet abgedruckten Eloge Pendereckis gerecht zu werden. Allein – Patrycja Piekutowskas Geigenspiel (zwar von großer Intensität und virtuoser Beherrschung des Instruments) vermag diese hochgesteckte Erwartung nicht immer ganz zu erfüllen. In der Cadenza etwa mangelt es deutlich an flexibler Phrasierung und Vibrato-Gestaltung. Darüber hinaus hat die Tontechnik das Klavier in den Duowerken zu sehr in den Vordergrund gerückt.

Heinz Braun [07.09.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 K. Penderecki Sonate Nr. 1 für Violine und Klavier (1953)
2 Drei Miniaturen für Violine und Klavier (1959)
3 Cadenza per la viola solo (Bearb. für Violine solo)
4 Sonate Nr. 2 für Violine und Klavier (2000)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Patrycia Piekutowska Violine
Beata Bilinska Klavier
 
0479;5902547004792

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