Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

W.H. Brian

Naxos 1 CD 8.557775

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 12.07.05

Naxos 8.557775

1 CD • 55min • 1993

Ohne Zweifel dient es sehr der Verbreitung des immer noch unterschätzen Gesamtwerkes von Havergal Brian (1876–1972), daß Naxos sich entschlossen hat, die in den achtziger und neunziger Jahren bereits bei Marco Polo veröffentlichten Einspielungen auf dem bekannteren Label neu herauszubringen – dem Höreindruck nach sogar in klanglichen Überarbeitungen. Freilich wäre es noch schöner, wenn tatsächlich die vor Jahren als „Brian Cycle“ angekündigte Gesamteinspielung aller 32 Sinfonien wirklich fertig werden würde. Mir sind bei Marco Polo bisher nur neun Sinfonien auf sechs CDs bekannt. Dirigent dieser Aufnahme ist Lionel Friend, bekannt noch von alten Lyrita-Produktionen und auch einer Einspielung der monumentalen dritten Sinfonie von Brian für Hyperion.

Hauptwerk dieser Produktion ist das umfangreiche sinfonische Konzert für Violine und Orchester aus den dreißiger Jahren. Der aus Kasachstan stammende, damals gerade 30 Jahre alte Geiger Marat Bisengaliev ging den ihm sicher zunächst völlig unbekannten Riesen-Brocken mit großer Entdeckerfreude an, kniete sich richtig hinein und brachte eine wohl disponierte, sehr überzeugende Interpretation zustande. Es ist eigenartig, daß man beim Umschnitt die banale, den Charakter dieses Werkes so gar nicht vorbereitende Comedy-Overture wieder an erster Stelle beließ. Auf diese Zugabe hätte man verzichten oder sie zumindest ans Ende setzen können. Solche Anordnungen sind vielleicht nur dem Glauben geschuldet, daß ein Kunde eine Klassik-CD deshalb kauft, weil er beim Anspielen im Laden einen attraktiven „Ear-Catcher“ vorfindet. Doch der bewußt kaufende Klassik-Kunde ist wohl in der Regel intelligenter. Lionel Friend kennt seine Partituren sehr genau, doch das BBC Scottish Symphony Orchestra hatte einmal mehr mit seinen häufig bemerkten Mängeln zu kämpfen: streckenweise unkoordiniertes, nachlässiges Zusammenspiel der Streicher und immer wieder bedenkliche Intonation der Blechbläser durch Schwächen in der Trompeten-Gruppe. Die „englische Krankheit“, namentlich die erdrückende Gewalt des Blechs in lauten Tutti, wirkt sich ebenfalls negativ auf die Produktion aus. Die CD bleibt vor allem aufgrund ihres Repertoirewertes ein Muss für den Sammler.

Dr. Benjamin G. Cohrs [12.07.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 W.H. Brian The Jolly Miller (A Comedy Ouverture, 1962)
2 Violinkonzert C-Dur (1934/1935)
3 Sinfonie Nr. 18 (1961)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Marat Bisengaliev Violine
BBC Scottish Symphony Orchestra Orchester
Lionel Friend Dirigent
 
8.557775;0747313277520

Bestellen bei jpc

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

Fröhliche Frühromantik für Fagottisten

Für das „große Finale“ hatten die Kandidaten die Auswahl zwischen dem mit der italienischen Oper kokettierenden Concertino von Bernhard Crusell und einem der beiden größer dimensionierten Konzerte von Carl Maria von Weber oder Johann Nepomuk Hummel.

→ weiter...

Faszinierende Cellisten

Im Finale der Cellisten begeisterten gestern die drei Teilnehmer, die mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung der Dirigentin Eun Sun Kim die Cellokonzerte von Robert Schumann und Dmitrij Schostakowitsch aufführten.

→ weiter...

Clarté und Geräusch

Das Semifinale der Fagottisten nutzte die Jury, um die stilistische Wandelbarkeit der Teilnehmer zu durchleuchten, denn neben dem in allen Orchestervorspielen obligatorischen Konzert B-Dur KV 191 – ohne Dirigent – des 18jährigen Mozart im Galanten Stil der 1770er Jahre waren die Avantgarde-Kunststücke der Auftragskomposition von Milica Djordjevic zu bewältigen.

→ weiter...

Neue CD-Besprechungen

1825
Gustav Mahler
Favourites
C.P.E. Bach
Organ Music for the Synagogue

Neue CD-Veröffentlichungen

Heino Eller
Carl Czerny
Jalbert | Bach | Pärt | Vasks
Beethoven

CD der Woche

tr!jo sonaten

tr!jo sonaten

Die dreistimmige Sonate, bestehend aus 1. und 2. Stimme sowie Basso continuo, wurde unter dem Namen „Triosonate“ oder schlicht „Trio“ zu einer der ...

Weitere 67 Themen

Heute im Label-Fokus

Sinus

Kathedrale Segovia
Daroca
Nicolas-Antoine Lebègue<br />Orgelwerke
Uranienborg

→ Infos und Highlights

Klassik Heute Zahl des Tages

Bei Klassik Heute finden Sie

901

Texte

→ mehr Zahlen und Infos

Impressum Kontakt AGBs Datenschutz Haftungsausschluss Mediadaten Sitemap

© Klassik Heute GbR

jpc
ARD-Wettbewerb 2019