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CD-Besprechung

cpo 777 074-2

2 CD • 2h 25min • 1999

22.07.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

The Rose of Persia, 1899 am Londoner Savoy Theatre erfolgreich uraufgeführt, war die letzte komische Oper, die Arthur Sullivan (1842-1900) fertigstellen konnte. Da er sich mit seinem langjährigen Librettisten und Geschäftspartner William Schwenck Gilbert, dessen Arbeiten er jetzt als „Marionettentheater“ empfand, etwas auseinandergelebt hatte, beauftragte er Basil Hood mit der Abfassung des Textbuchs.

Der fand seine Inspiration in den Märchen aus Tausendundeine Nacht, konkret in der Geschichte vom Schlafenden und Wachenden, die auch Quelle für zahlreiche andere Opern war, man denke an Webers Abu Hassan, Adams König für einen Tag oder Wolf-Ferraris Sly. Das Handlungsgerüst ist allerdings so verwickelt, daß der Booklet-Autor Eckhardt van den Hoogen zwölf engbedruckte Spalten benötigt, um den Inhalt nachzuerzählen. Und diese Zusammenfassung ist durchaus notwendig, da in der vorliegenden Aufnahme die langwierigen gesprochenen Dialoge fehlen.

Drei Handlungsstränge überlagern sich: 1. Der im Haschischrausch eingeschlafene Menschenfreund Hassan wird in die Rolle des Sultans versetzt und erliegt für Momente der Verführung der Macht. 2. Die Sultansgattin macht sich mit einigen Sklavinnen einen Jux, indem sie sich als Tänzerin unters Volk mischt und riskiert dabei, von ihrem Gatten einen Kopf kürzer gemacht zu werden. 3. Der professionelle Geschichtenerzähler Yussuf verliebt sich in die Haremsdame Heart’s Desire, die er nach zahlreichen Verwicklungen am Ende auch bekommt.

„Charaktere aus Fleisch und Blut, mit menschlichen Gefühlen und menschlichen Leidenschaften“ wünschte sich Sullivan von seinem Librettisten. Ob solche unter dem riesigen, unübersichtlichen Personal tatsächlich zu finden sind, ist eher fraglich, doch geben die Situationen dem Komponisten genügend Anlaß, auch seine lyrischen Talente zu kultivieren, also das einzusetzen, was er aus den Partituren Mozarts und Rossinis gelernt hatte. Die Sultanin ergeht sich in Koloraturen à la Königin der Nacht, ihre Dienerin Heart’s Desire schwelgt mit ihrem Yussuf in entrückten Liebesgesängen. Doch der Spaßvogel Sullivan schlägt auch hier immer wieder durch, in witzig gereimten, streckenweise kritisch-satirischen Couplets, in absurden Ensembles und ausgelassenen Tanzstücken, die dem jeweiligen „Ernst der Lage“ Hohn sprechen.

Als Appendix enthält die CD noch sechs Ouvertüren Sullivans, wobei die Overture di ballo (1870) ein fast unbekanntes Frühwerk darstellt, während es sich bei Macbeth (1888) um die Bühnenmusik zu einer Schauspielinszenierung handelt, bei der der Komponist seine andere, eher romantische Seite zeigen kann.

Die Wiedergabe durch die Hanover Band unter dem leichtfüßigen und pointierenden Dirigat ist ein ungetrübtes Hörvergnügen. Die sängerischen Leistungen sind durchweg adäquat, wobei rollenbedingt der Tenor Ivan Sharpe, die Koloratursopranistin Sally Harrison und der Bariton Richard Morrison stimmlich herausragen, während Richard Stuart in der zentralen Rolle des Hassan vor allem witziges parlando abverlangt wird.

Die Veröffentlichung stellt eine wertvolle Ergänzung der Sullivan-Diskographie dar, die in den letzten Jahren ständig angewachsen ist, ohne daß das für die deutsche Theaterpraxis irgendwelche Folgen gehabt hätte.

Ekkehard Pluta [22.07.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Arthur Sullivan
1The Rose of Persia

Interpreten der Einspielung

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