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CD-Besprechung

Virtuose Paukenkonzerte des 17. und 18. Jahrhunderts

Virtuose Paukenkonzerte des 17. und 18. Jahrhunderts

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 6

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 23.02.05

Naxos 8.557610D

1 CD • 79min • 2003

Nicht nur sprichwörtlich werden besondere Ereignisse „mit Pauken und Trompeten“ verkündet. Man denke etwa an Bachs Weihnachtsoratorium, wo Paukenschläge das festliche Werk eröffnen. Daß die Pauker einst im Verbund mit den trompetenden Herolden zur kaiserlichen Begleitung gehörten, hat sie von jeher als Wappenträger hoch zu Roß mit besonderen Standesehren und Amtsprivilegien ausgezeichnet: „Wie kann es der Trommler wagen, um die Tochter des Paukers anzufragen?“ Bis heute thront der Pauker im Sinfonieorchester als Pendant zum Dirigenten hoch über dem Ganzen. Der Versuch, für dieses buchstäblich hervorgehobene Instrument auch Solokonzerte zu komponieren, lag also nahe und wurde zu verschiedenen Zeiten in Einzelfällen auch gewagt. Insofern ist eine CD-Dokumentation mit Beiträgen aus dem 17. und 18. Jahrhundert plausibel – aber leider auch enttäuschend.

Da werden bis zu acht Kesselpauken im Halbrund positioniert, entsprechend der diatonischen Tonleiter nach vorgegebener Grundtonart gestimmt und dann wacker als Verstärker der ohnehin zumeist melodieführenden Blasinstrumente (Flöten, Oboen, Klarinetten) eingesetzt. Nicht genug damit, wird zur Abwechslung auch einmal eine Baßstimme verdoppelt oder es werden Alberti-Begleitfiguren gepaukt, nicht zuletzt die üblichen Tutti-Akzente gesetzt. Irgendetwas wird immer mitgetrommelt. Sogar ursprünglich wohl als „Schau-Einlagen“ gedachte Pauken-Solokadenzen gibt es zu hören. Das ist nicht schlecht, aber die Wirkung von derlei gehäufter Monotonie verpufft relativ schnell. Das schmälert jedoch nicht die korrekten Leistungen der Interpreten, voran die Schlagfertigkeit des – hier auch dirigierenden – Solopaukers der Dresdner Philharmonie, Alexander Peter. Auf jeden Fall kommen Kuriositätensammler auf ihre Kosten und können ihre diesbezüglichen Plattenschätze nun mit „Welt-Ersteinspielungen“ anreichern. Der fundierte Beihefttext vermittelt viel Interessantes.

Dr. Gerhard Pätzig [23.02.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Druschetzky Concerto per sei timpani
2 A. Philidor Marche de timballes für vier Paukenpaare (1685)
3 J.C.C. Fischer Sinfonie für acht obligate Pauken und Orchester
4 J.M. Molter Sinfonia Nr. 99 F-Dur für fünf Pauken und Orchester
5 Chr. Graupner Sinfonie für sechs Pauken und Orchester
6 G. Druschetzky Partita C-Dur für sechs Pauken und Orchester

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Philharmonisches Kammerorchester Dresden Orchester
Alexander Peter Pauken, Dirigent
 
8.557610D;0747313261024

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