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CD-Besprechung

H.I.F. Biber

harmonia mundi 2 CD 907321.22

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 22.03.05

Klassik Heute
Empfehlung

harmonia mundi 907321.22

2 CD • 2h 21min • 2003

In einem klassik-heute-Interview sagte Andrew Manze 1998 über Bibers Rosenkranzsonaten: „Im Moment ist mit den Aufnahmen von John Holloway und von Reinhard Goebel alles gesagt. Ich habe zwar meine ganz eigene Vorstellung von diesen Stücken und würde sie zum Beispiel nur von einem kleinen süddeutschen Orgelpositiv begleiten lassen, damit deutlich wird, daß es sich hierbei um Kirchenmusik handelt. Viele Musiker sind gar nicht an dem interessiert, was für einen Komponisten wie Biber das Wichtigste war. Man muß nicht unbedingt süddeutscher Katholik sein, um diese Musik zu begreifen, aber man muß den Gehalt der Musik intellektuell aufbereiten und dann emotional ausarbeiten. Dafür brauche ich einfach noch etwas Zeit.“ Es hat sich gelohnt, so lange zu warten, denn das Ergebnis ist in der Tat überwältigend: Noch nie hat man diese Musik so intim und konzentriert gehört wie nun bei Andrew Manze und Richard Egarr. Geige und Cembalo bzw. Orgel treten hier in einen ungemein reaktionsschnellen und geistreichen Dialog, scheinen von einem gemeinsamen Atem getragen zu sein. Exemplarisch wird dies am Variationssatz der zehnten Sonate deutlich: Manze gestaltet jede Phrase mit einer wunderbaren Poesie, worin Egarr ihm als Begleiter punktgenau folgt.

Manze kritisierte seinerzeit indirekt die Tendenz, bei der Interpretation von Barockmusik einen immer bunteren Apparat von Continuo-Instrumenten aufzufahren, und gerade bei den Rosenkranzsonaten schienen sich die Interpreten seit Eduard Melkus geradezu zu überbieten, was den Einsatz von Streich-, Zupf- und Tasteninstrumenten betrifft. Manze geht in die andere Richtung und zeigt, daß außer in der zwölften Sonate, wo Biber noch ein Cello verlangt, ein Cembalo bzw. eine Orgel zur Begleitung völlig ausreicht und daß es sich eben nicht um Ensemblemusik, sondern um Solosonaten handelt.

Bleibt noch die Skordatur, das absichtliche Umstimmen der Saiten, durch das die Rosenkranzsonaten ihre Berühmtheit erlangt haben. Im Anhang seiner Doppel-CD erläutert Manze, wie das funktioniert und was damit bezweckt wird. Dabei spielt er einen Satz zweimal: Einmal auf einer normal gestimmten Geige und dann auf einer skordierten. Die Gegenüberstellung ist nicht nur lehrreich, sondern auch überaus unterhaltsam.

Das vollständige Interview mit Andrew Manze finden Sie unter http://www.klassik-heute.de/texte/manze_andrew_173.shtml»

Theodor Schliehen [22.03.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 H.I.F.  Biber Die Rosenkranzsonaten – Die fünf freudenhaften Mysterien
2 Die Rosenkranzsonaten – Die fünf schmerzenreichen Mysterien
3 Die Rosenkranzsonaten – Die fünf glorreichen Mysterien
4 Passagalia für Violine solo

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Andrew Manze Violine
Richard Egarr Cembalo, Orgel
 
907321.22;0093046732127

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