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CD-Besprechung

B. Bartók

OehmsClassics 1 CD OC 348

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 29.07.04

OehmsClassics OC 348

1 CD • 69min • 2003

Es müssen beim Gott des Klavierspiels nicht immer Ungarn sein, die Béla Bartóks Musik zutreffend, spannend und eigenwillig zu interpretieren vermögen! Ich denke hier in erster Linie an Andor Foldes, György Sándor und Géza Anda als Repräsentanten der pianistischen Pionierzeit, im nächsten Atemzug aber an Dezsö Ránki und Zoltán Kocsis. Und nun bietet der Westerwäldler Andreas Bach eine Sicht der barbarischen, der nächtlichen und der rhapsodischen Dinge, die in ihrer gerundeten, dabei keineswegs gefälligen Methodik die wesentlichen Parameter der Bartókschen Musik mit Hingabe und Einfühlung berücksichtigt: Harmonik, Rhythmik, Volkstümlichkeit, grenzüberschreitende Optik im Sinne einer von Folklore infizierten Weltmusik. Andreas Bachs Programmwahl erscheint mir klug und in Ausschnitten repräsentativ für Bartóks gescheite, immer reflektierte und reflektierende Klavierphantastik. Und seine Entscheidung, die noch ganz im Sinne Liszts empfundene Rhapsodie op. 1 an den Beginn seiner Vortragsfolge zu stellen, sollte Repertoire-Sammlern zusätzlich die Kaufentscheidung erleichtern. Diese Rhapsodie op. 1 ist im Original für Klavier und Orchester konzipiert (siehe Anda/DG oder Kocsis/Philips). Leider erhält man im – von Bach persönlich verfassten, sehr emotional gehaltenen – Begleittext keinen Aufschluss, um welche (Original?-)Ausgabe es sich bei dieser Solo-Version handelt.

Den technisch unbequemen Etüden op. 18 kommt Bach mit klärendem, gestaltendem Spiel gut bei. Besonders innig und raffiniert verfährt er in den leisen Intervallreibungen der Klänge der Nacht (aus Im Freien), deren sonderbar pieksende, hautnahe Mikroereignisse – ich zitiere eine Bartók-Bekannte – unter anderem auf das Erlebnis von Insekten in sommerlicher Temperatur zurückgehen. Im Finale (Hetzjagd) reicht Bachs virtuose Brisanz nicht an Kocsis’ Unerbittlichkeit und Treibkraft der linken Hand heran. Doch nach so reichlich Bartók-Verantwortung und -Perspektive registriert man das allenfalls am Rande.

Peter Cossé † [29.07.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 B. Bartók Rhapsodie op. 1 Sz 26 (1904)
2 Drei Etüden op. 18 Sz 72
3 Suite op. 14 Sz 62 BB 70
4 Sonatine Sz 55
5 Im Freien Sz 81 BB 89 (Fünf Stücke in Suitenform für Klavier)
6 Allegro barbaro Sz 49 BB 63

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Andreas Bach Klavier
 
OC 348;4260034863484

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