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CD-Besprechung

B. Martinu

BIS 1 CD 1389

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 08.09.04

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BIS 1389

1 CD • 61min • 2002

Es ist erfreulich, daß das Interesse für Martinu endlich auch außerhalb seines Heimatlandes so sehr wächst, wie es diesem großartigen, doch vernachlässigten Komponisten zukommt. Nach drei Gesamt-Einspielungen der sieben Streichquartette mit tschechischen Musikern wagt sich mit dem Emperor String Quartet endlich ein Ensemble eines anderen Landes an diese Musik. Die Konkurrenz ist freilich schwergewichtig, denn mit dem Martinu Quartett, dem Panocha Quartett und insbesondere dem Stamitz Quartett Prag (deren Gesamtaufnahme der Martinu-Quartette ich für unüberbietbar halte, Bayer Records 100 152–154) sind Künstler am Werke, die Martinu quasi mit der Muttermilch aufgesogen haben und überdies Teil einer spezifisch böhmischen Kultur des Quartettspiels sind – ein nicht zu unterschätzender Heimvorteil.

Dessen ungeachtet waren Martin Burgess, Clare Hayes, Fiona Bonds und William Schofield mit allem gebotenen Engagement bei der Sache. Insbesondere die Radikalismen und Schärfen der bewegteren Teile dieser drei Quartette werden schonungslos herausgearbeitet. Mich persönlich spricht allerdings der Klang des Ensembles wenig an. Ich bevorzuge einen sinnlich warmen, golden timbrierten Klang, etwas mehr Atem und Weite. Die Emperors wirken auf mich zu nervig-stählern, in obertonreichen, dichten Passagen geradezu von greller Schärfe. Gelegentlich war ich versucht einfach auszuschalten, so sehr bohren manche Stellen ins Fleisch – zum Beispiel gleich in den Ballungen des Kopfsatzes von Quartett Nr. 5 – was mich zu einer Frage bringt: Der dramaturgische Sinn der Abfolge dieser drei Quartette in umgekehrter Reihenfolge wird beim Hören nicht klar. Der musikalischen Entwicklung hätte man besser folgen können, wenn man in der Chronologie geblieben wäre. Wer hat sich das ausgedacht? Sicher nicht Ales Brezina, der Leiter des Martinu-Instituts und Herausgeber der im Entstehen begriffenen neuen Martinu-Gesamtausgabe, der dieses Projekt wissenschaftlich betreut und auch den höchst sachdienlichen, chronologisch vorgehenden Beiheft-Text geschrieben hat. Selbstverständlich wurden für die Produktion die Notentexte auf den neuesten Stand gebracht.

Dr. Benjamin G. Cohrs [08.09.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 B. Martinu Streichquartett Nr. 5
2 Streichquartett Nr. 4
3 Streichquartett Nr. 3 (1929)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Emperor String Quartet Ensemble
 
1389;7318590013892

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