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CD-Besprechung

J. Hubay

Hyperion 2 CD CDA67441/2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 18.08.04

Hyperion CDA67441/2

2 CD • 2h 30min • 1998

Diese Doppel-CD kommt um hundert Jahre zu spät, präsentiert sie doch ein Bild jener angeblich typisch ungarischen Musik, das durch die Feldforschungen Bartóks und Kodálys zu Beginn des 20. Jahrhunderts radikal berichtigt wurde. Das im 19. Jahrhundert vorherrschende Bild der ungarischen Volksmusik stammte von Komponisten des bürgerlichen Mittelstandes wie eben auch Jenö Hubay. Der 1858 in Pest geborene und 1937 in – dann – Budapest gestorbene Komponist schrieb seine 14 Csardasszenen zwischen 1879 und 1920 als Lehr- und Konzertstücke.

Diese Musik trieft regelrecht vor Ungarn-Klischees. Pathetische Leidenschaft findet sich hier ebenso reichlich wie ausgelassene kindliche Fröhlichkeit, süßliche und weinerliche Melancholie steht neben burschikosem Stolz. Dazu gesellt sich ein mächtiges Maß an offen zur Schau gestellter Virtuosität. Ja, diese Musik wäre peinlich, würde sie von Hagai Shaham und seinem Klavierpartner Arnon Erez (beide aus Israel) nicht so hervorragend gespielt. Hagai lässt seine Violine blitzen und glänzen, beschwört in tiefen Lagen das intensivste Pathos der Welt und benutzt Läufe und Triller als Bühne für Zauberkunststücke. Das macht diese CDs hinsichtlich ihrer kompositorischen Substanz nicht besser, aber lässt man das einmal außer Acht, dann kann man genießen – ungeachtet der Dürftigkeit der Werke.

Ebenso gut wie die Interpretation ist die Klangqualität. Shahams Violine ist im Hörraum außerordentlich präsent, die verschiedenen Register werden mit einer großen Plastizität wiedergegeben. Das hinter der Violine plazierte Klavier besitzt einen vollen und obertonreichen Klang, ohne die Geige zuzudecken.

Auch das Booklet macht Freude. Zwar wurden die biographischen Daten des Komponisten vergessen, die Musikstücke sind jedoch umfangreich und mit Notenbeispielen beschrieben.

Nachbemerkung: Wer die echte ungarische Musik kennenlernen möchte, dem sein das hervorragende „Bartók Album“ der Gruppe Muzsikás (Hannibal HNCD 1439) empfohlen.

Robert Spoula [18.08.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Hubay Scènes de la Csárdá (Csárdás-Szenen)
2 Poèmes hongrois op. 27 (1885)
3 Poèmes hongrois op. 76

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Hagai Shaham Violine
Arnon Erez Klavier
 
CDA67441/2;0034571174419

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