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CD-Besprechung

Tara Bouman

Contemporary

Tara Bouman

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 21.10.03

Klassik Heute
Empfehlung

Aktivraum AR 50101

1 CD • 65min • 2003

Tara Bouman, eine auffallend begabte, junge Klarinettistin im niederländischen "blaauw ensemble" und Bassetthornbläserin erster Güte qualifiziert sich mit der vorliegenden CD wiederum als eine hoch spezialisierte Interpretin zeitgenössischer Avantgardemusik. Jeder Ton, jede geforderte Klangfarbenvariable, jede artistische Nuance von oft spieltechnisch trickreich auszuführenden Attitüden gegenwärtiger Grenzüberschreitungen aus dem Experimentalfundus ist von dem selbstsicheren Gespür des So-und-nicht-anders geprägt. Da es sich bei der Werkauswahl um eine den Spieler sowohl wie den Hörer herausfordernde Sololiteratur handelt, erweist sich der Verzicht auf jegliche illustrierende Ensemble- oder Orchesterkoloristik als eine geradezu spartanisch zu nennende Konzentration auf die kompositorischen Ideengehalte. Diese werden durch die Hinzunahme von Cluster- oder Klangfarbenteppichen, hier raffiniert ausgekostet im Beitrag der Komponistin Isabel Mundry „durch Überlagerung, Verzerrung und Verschachtelung“ mit unkonventionellen Akkordeonklängen (Track 1), durch Lautsprecherverfremdungen (Track 3-10) oder durch ein ausgeklügeltes Bewegungsspiel auf unsichtbarer Bühne (Track 11) angereichert.

In ihrer Summe führen solche Solo-Darbietungen zu einer oft überraschend entblößenden Deutlichkeit zeitgenössischen Klangdenkens und Konstruierens. Sofern dabei multimediale Effekte eine konstruktive Rolle spielen, fühlt sich allerdings der Zuhörer vom fehlenden optischen Eindruck oft genug im Stich gelassen. Bei anderen Stücken vermag dagegen nur die Anschauung des verwendeten Notenmaterials oder der entsprechenden graphischen Spielvorlage das oft willkürlich, spontan und improvisiert erscheinende Tonmaterial zu entschlüsseln. Episodenhafte Reihungen von Motivsplittern im Stenogrammstil mit gelegentlichen Akzentsetzungen durch außermusikalische Signale (lautes Atmen, Schmatzen, Gurgeln, Fußstampfen) erweisen sich als eine Art Pflichtübung.

Mit Recht hat neuerdings Helga de la Motte-Haber in ihren Ästhetischen Wahrnehmungen zur Neuen Musik zwischen 1975 und 2000 angeregt, über „eine Neuorientierung nachzudenken, die nicht mehr in erster Linie am Werk, sondern am Hören orientiert ist“ (Laaber-Verlag 2001).

Dr. Gerhard Pätzig [21.10.2003]

ClavierTage Göttingen

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 I. Mundry Spiegel Bilder für Klarinette und Akkordeon
2 K. Stockhausen Klarinette für Klarinette und elektronische Begleitung (aus: Orchesterfinalisten)
3 P. Boulez Dialogue de l'ombre double für Klarinette und Live-Elektronik
4 M. Stockhausen Portrait for Tara für Bassetthorn und Orchester
5 K. Stockhausen Mission und Himmelfahrt für Trompete und Bassetthorn

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Tara Bouman Klarinette, Bassetthorn
Edwin Alexander Buchholz Akkordeon
Markus Stockhausen Trompete
 
AR 50101;4040248501019

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