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CD-Besprechung

Hans-Joachim Hespos Solo Works 69-96

cpo 999 890-2

1 CD • 67min • 2001

11.04.2003

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Der Komponist Hans-Joachim Hespos, der kürzlich seinen 65. Geburtstag beging, hat sich seit seinen ersten Veröffentlichungen im Jahre 1964 zwar hinsichtlich der Gattungen und Konzepte in vielfache Richtungen entwickelt, ist sich in seinem Stil und seiner Klangwelt aber im Wesentlichen treu geblieben. Das Erlebnis der totalen Stille in einem ostfriesischen Moor hatte ihn einst angeregt, in seiner Musik „die Stille anzubuffen“, will sagen, zwischen Klängen und Geräuschen am Rande des Verstummens und plötzlichen, überraschenden und chaotischen Ausbrüchen bis zum sechsfachen forte einen ganz eigenen Klangkosmos zu entwickeln, der für den Hörer nicht vorhersehbar sein soll. Besonders sinnfällig wird dies naturgemäß an Solostücken, von denen diese Edition eine repräsentative Auswahl vorstellt.

Es empfiehlt sich, den Pegel so voluminös wie der Wohnung (und den Nachbarn) zuträglich aufzudrehen, um die Klänge am Ufer der Stille wahrzunehmen, die forte-Akzente aber auch mit dem Überraschungseffekt auszukosten. Für solche penibel ausgehörten Werke (was Hespos' Partituren auch ebenso penibel vorschreiben) ist das Hamburger Ensemble L’Art pour l’Art ein vorzüglicher Sachwalter, und die unterschiedlichen, teilweise seltenen Instrumente ergeben eine kurzweilige Stunde für denjenigen, der bereit ist, sich auf Hespos' verwegene Ton-Erkundungen einzulassen.

Zu seinen Stücken mit ihren oft erfundenen, eher assoziativ wirkenden Titeln gibt der Komponist grundsätzlich keine Kommentare ab; so beschränkt sich das Booklet auch auf die sprachschöpferischen Vortragsbezeichnungen Hespos' (vgl. dazu Ludolf Baucke: Der Musik auf's Maul geschaut; MusikTexte 8, Köln 1985) und auf verbale Reaktionen von Schülern nach dem Hören der Werke – ein etwas zufälliges Konglomerat. Was das Booklet leider nicht bringt, sind die deutschen Originaltitel der Werke (die international ausgerichtete Anglisierung ist nicht immer korrekt) sowie Erläuterungen zu den in den Untertiteln genannten Personen, denen die Werke gewidmet bzw. in memoriam geschrieben wurden. Das aber darf man auch einem wortkargen Komponisten abverlangen.

Dr. Hartmut Lück [11.04.2003]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Hans-Joachim Hespos
1Splash für Kontrabaß und Percussion (1969)
2Duma für Altflöte (1980)
3Kitara für Gitarre (1971)
4Monske (Ritual for Mobile Timpani in C, 1996)
5Leija für Harfe (1992)
6Pico für Blockflöte (1978)
7Cang für Cymbal (1976)
8-Z... ( - Variabel, Anregung für einen Pianisten, 1969)

Interpreten der Einspielung

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