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CD-Besprechung

Hans Pfitzner: Der arme Heinrich (Musikdrama in drei Akten)

Capriccio 2 CD 60 087

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 26.09.02

Capriccio 60 087

2 CD • 2h 09min • 2000

Hans Pfitzners Opern-Œuvre ist mit Ausnahme seines Hauptwerks Palestrina im Plattenkatalog kaum präsent. Die Rose vom Liebesgarten und Das Christelflein sind lediglich durch je einen Livemitschnitt des „grauen“ Markts vertreten und von Pfitzners letzter Oper Das Herz existiert ebenfalls nur eine – allerdings kommerzielle – Liveaufnahme. Umso willkommener ist nun diese erste Einspielung von Pfitzners erster Oper Der arme Heinrich, wiederum ein Livemitschnitt. Das Werk war nach seiner erfolgreichen Mainzer Uraufführung von 1895 zwar schnell nachgespielt worden, dann aber ebenso schnell in der Versenkung verschwunden. Die Partitur steht noch in enger Wagner-Nachfolge, was Pfitzner durch einige Zitate vom Walkürenritt und Siegfrieds Rheinfahrt auch unverhohlen zu erkennen gibt. Dietrichs langer, über 15 Minuten währender Bericht über seine Italienreise im ersten Akt bildet ein deutliches Pendant zu Tannhäusers Romerzählung. Auch die Erlösungsthematik der Handlung, nach Alexander Berrsche „das wagnerischste Opernbuch unserer Zeit“, zeigt die enge Affinität zum Bayreuther Meister.

Das von Pfitzners Jugendfreund James Grun stammende Libretto erzählt von einem deutschen Ritter, der nur durch das freiwillige Opfer einer Jungfrau von schlimmer Krankheit geheilt werden kann. Kurz bevor dieses Opfer seine blutige Vollstreckung findet, verzichtet Heinrich auf die Rettung und löst gerade dadurch das Wunder seiner Heilung aus. Man merkt allen musikalisch beteiligten – dem auf gutem Niveau stehenden Sängerteam, Chor, Orchester und vor allem dem Dirigenten – das Engagement für dieses verkannte Werk an. Alexander Rumpf am Pult bricht überzeugend eine Lanze für diese Musik, die bei aller Wagner-Epigonalität doch auch eigene, innovative Züge aufweist. Aus der Besetzung ragt Michaela Kaunes frisch und mädchenhaft timbrierte Agnes heraus, die ein glaubwürdiges Porträt der altruistischen Jungfrau zeichnet. In wirkungsvollem Kontrast dazu steht Sharon Markovichs dunklerer, fraulich voller Sopran. In der dramatischen und zugleich unangenehm hoch liegenden Titelrolle schlägt sich Norbert Schmittberg sehr respektabel, muss aber gelegentlich zu forcierterer Tongebung greifen um den heldischen Aspekten der Partie gerecht zu werden. William Killmeier bewährt sich als kraftvoller, viriler Heldenbariton mit imponierender Durchschlagskraft für die anspruchsvolle Partie des Dietrich, einem von Heinrichs Gefolgsleuten.

Kurt Malisch † [26.09.2002]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 H. Pfitzner Der arme Heinrich (Musikdrama in drei Akten)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Norbert Schmittberg Heinrich, ein deutscher Ritter - Tenor
William Killmeier Dietrich - Bariton
Sharon Markovich Hilde - Sopran
Michaela Kaune Agnes - Sopran
Karl-Heinz Lehner Der Arzt - Baß
Chor des Theaters Dortmund Chor
Dortmunder Philharmoniker Orchester
Alexander Rumpf Dirigent
 
60 087;4006408600879

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