Franz von Suppè
Fantasia symphonica • Spanish Dances
Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt • Ernst Theis
cpo 555 573-2
1 CD • 52min • 2023
09.07.2026
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Gesamteindruck:![]()
Francesco Ezechiele Ermengildo de Suppe, besser bekannt als Franz von Suppè gilt als einer der Väter der Wiener Operette und wird heutzutage mit Wunschkonzert-Titelnb wie Banditenstreichen, Boccaccio, Leichter Kavallerie sowie Dichter und Bauer assoziiert, wobei sich hauptsächlich die Ouvertüren noch einer gewissen Präsenz erfreuen. Ernst Theis und das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt haben jetzt als absolutes Kuriosum dessen Fantasia simphonia über Themen S. K. Hoheit Herzog Ernst von Coburg-Gotha und zwei Suiten mit Spanischen Tänzen ausgegraben und beim Raritäten-Label cpo herausgebracht.
Treffen zweier Multitalente
Ernst II. von Sachsen Coburg Gotha, der ältere Bruder des Gatten von Königin Victoria von England, Prinz Albert, war vielfältig begabt. Einerseits erfolgreicher Militär, andererseits Vertreter bürgerlicher Liberalität im Sinne der 1848er Revolution, mit Friedrich Gerstäcker und Alfred Brehm (Tierleben) Ägypten Bereisender, Kunstmäzen und – nicht zuletzt – zu seiner Zeit durchaus erfolgreicher Opernkomponist. Seine Oper Santa Clara wurde schließlich sechzig Mal an der Pariser Opéra und zudem in Deutschland, Wien und London gespielt. Da mögen seine verwandtschaftlichen Beziehungen durchaus eine Rolle gespielt haben, die Tante war mit einem russischen Großfürsten verheiratet, Onkel Leopold belgischer König und der kleine Bruder Mitregent der Briten.
Für ein Konzert in Wien in Anwesenheit des Herzogs schuf Suppè – den man übrigens in italienischer Manier mit einem Gravis und nicht mit einem Akut schreibt – eine Sinfonische Fantasie über Themen aus den Opern Zaire, Tony, der Wildschütz, Cosilda, und Diana von Solange verarbeitet, die derart elegant gelang, dass es nicht auffiele, wenn man das Stück als Sinfonie aufs Programm setzte.
Die beiden Spanischen Suiten La Valenciana und La Granadina, die womöglich als Balletteinlagen gedacht waren, ergeben eine durchaus reizvolle Mischung aus wienerischen und spanischen Elementen.
Lustvolle Interpretation
Ernst Theis und das Brandenburgische Staatsorchester haben offensichtlich großen Spaß an diesen attraktiven, wenngleich nicht sonderlich tiefschürfenden Kompositionen. Diese Lust überträgt sich definitiv auf den Zuhörer. Kompliment an den 1. Oboisten, der die nicht immer bequem liegenden Solostellen in den Tänzen mit Bravour meistert.
Der Booklet-Text von Jan Michael Horstmann ist äußerst lesenswert. Das Auffinden der Opern-Zitate hat sicherlich intensive Archivarbeit erfordert. Die Aufnahmetechnik drängt die Streicher etwas zu sehr in den Hintergrund.
Fazit: Angenehme, unterhaltsam anzuhörende Frühromantik, die gute Laune verbreitet und sich ideal für „unlösbare“ Quizaufgaben eignet.
Thomas Baack [09.07.2026]
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Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Franz von Suppé | ||
| 1 | Fantasia symphonica A-Dur | 00:30:51 |
| 5 | Spanish Dances I (La Valenciana) | 00:09:37 |
| 10 | Spanish Dances II (La Granadina) | 00:10:46 |
Interpreten der Einspielung
- Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt (Orchester)
- Ernst Theis (Dirigent)
