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Komponisten: Aktuelle Infos

Mieczysław Weinberg 30. Todestag

russ. Komponist poln. Abstammung


Das Leben des Komponisten Mieczysław Weinberg war von schweren Schicksalsschlägen gezeichnet. Er selbst schrieb einmal: „Viele meiner Werke befassen sich mit dem Thema des Krieges. Dies war leider nicht meine eigene Wahl. Es wurde mir von meinem Schicksal diktiert, vom tragischen Schicksal meiner Verwandten. Ich sehe es als meine moralische Pflicht, vom Krieg zu schreiben, von den Greueln, die der Menschheit in unserem Jahrhundert widerfuhren.“ Sein Urgroßvater und sein Großvater waren 1903 bei einem grauenhaften antisemitischen Übergriff erschlagen worden. Seine Eltern und seine Schwester wurden von den Nazis umgebracht, sein Schwiegervater wurde durch Stalins Geheimpolizei ermordet und er selbst konnte sein Leben mehrmals nur durch Flucht retten. Am 6. Februar 1953 wurde er unter fadenscheinigen Anschuldigungen, eine jüdische Republik auf der Krim mit errichten zu wollen, vom Stalin-Regime verhaftet. Was ihn letztlich vor dem Tod bewahrte, war allein der Umstand, das Stalin starb. Dass Weinberg trotz allem ein so reiches und reichhaltiges künstlerisches Erbe hinterlassen hat, ist unter solchen Umständen kaum zu begreifen. Mehr als 150 Werke umfasst Weinbergs offizielles Opusverzeichnis, bestehend aus 26 Sinfonien, 17 Streichquartetten, 28 Sonaten verschiedener Besetzung, mehr als einem Dutzend Bühnenwerken sowie Werken für Soloinstrument und Gesang, darüber hinaus existiert jedoch noch eine Fülle von Kompositionen ohne Opuszahl, hauptsächlich für das Kino, das Theater oder für Hörspiele. Mieczysław Weinberg wurde am 8. Dezember 1919 in Warschau geboren. Sein Vater war Komponist und Musiker an einem jüdischen Theater. Die außergewöhnliche musikalische Begabung Mieczysławs zeigte sich schon früh. Sein Debüt als Pianist und Dirigent gab er bereits im Alter von nur zehn Jahren am Theater in Warschau, mit zwölf Jahren studierte Weinberg am Konservatorium der Musikakademie Warschau Klavier bei Jozef Turczynski. Unmittelbar nach Abschluss des Studiums 1939 floh er aufgrund seiner jüdischen Herkunft vor den Nazis nach Minsk und nach Taschkent in Usbekistan. Dort arbeitete er als Komponist und Korrepetitor und lernte auch seine zukünftige Frau Natalija, die Tochter des Schauspielers und Regisseurs Solomon Michoels, kennen. Seine erste Sinfonie schickte Weinberg an Schostakowitsch, der so begeistert war, dass er ihn zu sich nach Moskau einlud. Auf Vermittlung Schostakowitschs erhielt Weinberg eine Aufenthaltsgenehmigung für Moskau und übersiedelte 1943 in die sowjetische Hauptstadt, wo er bis zu seinem Lebensende wohnte. Zwischen Schostakowitsch und Weinberg entstand eine gegenseitige lebenslange Wertschätzung und Freundschaft. So zeigten sie sich gegenseitig ihre neuesten Kompositionen, bevor wie veröffentlicht wurden. Schostakowitsch bezeichnete Weinberg als „einen der hervorragendsten Komponisten der heutigen Zeit“. Weinberg arbeitete hauptsächlich als freischaffender Komponist und Pianist, er hatte nie eine finanziell gesicherte Anstellung. Bei gelegentlichen finanziellen Engpässen sprang Dmitri Schostakowitsch unauffällig und selbstlos in die Bresche. Als Mieczysław Weinbergs Hauptwerk gilt die Oper Die Passagierin. Es ist die Geschichte einer Auschwitz-Überlebenden, die „ihrer“ KZ-Aufseherin nach dem Krieg auf einem Ozeandampfer wiederbegegnet. Die Oper wurde 1968 fertiggestellt, aufgeführt wurde sie erstmals 2006, allerdings nur konzertant. Die szenische Uraufführung erlebte das Werk erst 2010 bei den Bregenzer Festspielen. Mieczysław Weinberg starb am 26. Februar 1996 in Moskau.

»Mieczysław Weinberg: Biographie und Einspielungen«

Léo Delibes 190. Geburtstag

frz. Komponist


Der französische Komponist Léo Delibes wurde am 21. Februar 1836 in St-Germain-du-Val als Sohn eines Postboten geboren. Die musikalische Begabung hatte er von seiner Mutter geerbt. Ab 1848 studierte er am Pariser Konservatorium, unter anderem bei Adolphe Adam, und gab 1885 sein Debüt als dramatischer Komponist mit der einaktigen Operette Deux sous de charbon. Seine musikalische Laufbahn begann jedoch als Theaterkorrepetitor, von 1862 bis 1871 war er als Organist an verschiedenen Kirchen tätig, gleichzeitig war er von 1865 bis 1872 zweiter Chordirektor der Großen Oper in Paris. 1881 wurde er Professor für Komposition am Conservatoire. Vor allem mit seinen Opern Le roi l'a dit (1873) und Lakmé (1883) zählte er zu den beliebtesten Bühnenkomponisten der Romantik. Mit seinen Balletten (Coppélia, 1870; Sylvia, 1876), die nach wie vor zum Standardrepertoire gehören, gab er seinerzeit der Ballettkomposition ungeheueren Aufschwung und beeinflusste Tschaikowsky, Saint-Saëns und Debussy nicht unerheblich. 1884 wurde er zum Mitglied der Académie des Beaux-Arts gewählt. Léo Delibes starb am 16. Januar 1891 in Paris.

»Léo Delibes: Biographie und Einspielungen«

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Toru Takemitsu 30. Todestag

japan. Komponist


Der japanische Komponist Toru Takemitsu wurde am 8. Oktober 1930 in Tokyo geboren. Im Alter von 13 Jahren besuchte er die Keika Junior High School und beschloss mit 16 Jahren, Komponist zu werden. Mit 20 debütierte er als Komponist mit dem Klavierstück Lento in Due Movimenti. Das Komponieren eignete er sich überwiegend autodidaktisch an, besuchte aber auch Kurse bei bekannten Lehrern wie Toshi Ichiyanagi oder Fumio Hayasaka. Letzterer machte ihn mit dem Filmregisseur Akira Kurosawa bekannt, für den Takemitsu mehrere Filmmusiken schrieb. Gleichzeitig interessierte sich Takemitsu nicht weniger intensiv für moderne Malerei, Theater, Film und Literatur. Im Jahr 1951 gründete Takemitsu zusammen mit anderen Komponisten und Vertretern aus verschiedenen Kunstbereichen die Gruppe "Experimentelle Werkstatt", die mit ihren avantgardistischen multimedialen Aktivitäten für Aufsehen sorgte. Künstlerisch fokussierte sich Takemitsu mit seinen Werken auf Orchester- und Kammermusik, sein musikalisches Gesamtinteresse war jedoch weit umfassend und schloss auch populäre Musikformen wie Jazz, Schlager und französische Chansons mit ein. Seine 12 Songs for Guitar (1977) bestehen aus Arrangements weltbekannter Pop-Klassiker (unter anderem von den Beatles). Darüber hinaus komponierte er an die hundert Filmmusiken. Takemitsu lehrte Komposition an der Yale University und wurde von zahlreichen Universitäten in den USA, Kanada und Australien als Dozent eingeladen. Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, so u.a. 1984 den Asahi-Preis, 1994 den Grawemeyer Award, einen der wichtigsten Musikpreise der Welt, für sein Werk Fantasma/Cantos für Klarinette und Orchester und 1996 postum den Glenn-Gould-Preis. Er starb am 20. Februar 1996 in Tokyo.

»Toru Takemitsu: Biographie und Einspielungen«

John Dowland 400. Todestag

engl. Komponist


John Dowland war ein berühmter englischer Madrigalist und einer der besten Lautenisten seiner Zeit im elisabethanischen Zeitalter. Er wurde im Dezember 1562 geboren, nähere biographische Einzelheiten aus seiner Kindheit sind nicht überliefert. Von 1597 bis 1584 war er in Paris im Dienst des englischen Gesandten Sir Henry Cobham. 1594 bewarb er sich zum ersten Mal ohne Erfolg als Nachfolger des verstorbenen königlichen Lautenisten John Johnson am englischen Hof. Daraufhin begab er sich auf Auslandsreise an den Hof von Heinrich Julius Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel, anschließend an den Hof des Landgrafen Moritz von Hessen nach Kassel und von dort aus zu Luca Marenzio nach Rom. 1596/1597 kehrte er nach London zurück und bewarb sich erneut am königlichen Hof, doch auch diesmal erfolglos. Von 1598 bis 1606 war er am dänischen Hof König Christians IV. als Lautenist angestellt, musste diesen Posten aber wegen finanzieller Probleme räumen. Er kehrte nach Enland zurück und war einige Jahre bei einem Höfling namens Theophilus Howard, Lord Walden angestellt bis er schließlich im Oktober 1612 den jahrelang ersehnten Posten als Musician for the lute am königlichen Hof in England erhielt. Die letzten Jahre scheinen von Schwermut umdüstert gewesen zu sein, er verfasste so gut wie gar keine Kompositionen mehr. Sein musikalisches Werk umfasst Lautenlieder, Werke für Laute solo und Werke für Gambenconsort mit Lautenbegleitung. Sein Instrumentalhauptwerk war Lachrymae Or Seaven Teares (5stg. Pavanen), The first Booke of Songes or Ayres (1597, 87 Lieder oder Ayres für eine Melodiestimme mit Begleitung der Laute und Bassviole, zu Dowlands Lebzeiten noch viermal neu aufgelegt), sowie weitere Sammlungen 1600 und 1603. Als sein bedeutendstes Lautenlied gilt In darknesse let mee dwell, das 1610 publiziert wurde. Dowland starb vermutlich im Januar 1626, er wurde am 20. Februar begraben.

»John Dowland: Biographie und Einspielungen«

György Kurtág 100. Geburtstag

rumän. Komponist


Der ungarische Komponist und Pianist György Kurtág feiert am 19. Februar 2026 seinen 100. Geburtstag. Geboren in Lugos, Rumänien, siedelte er 1946 nach Budapest über und studierte an der Franz-Liszt-Akademie Komposition bei Sándor Veress und Ferenc Farkas, Klavier bei Pál Kadosa und Kammermusik bei Leó Weiner. Von 1957 bis 1958 nahm er an Kompositionskursen bei Darius Milhaud und Olivier Messiaen in Paris teil. Heute gilt György Kurtág neben György Ligeti als der bedeutendste ungarische Komponist der Nachkriegsgeschichte. Anders als Ligeti verließ er Ungarn nach dem Aufstand 1956 nicht, sondern blieb zunächst in Budapest, wo er von 1967 bis 1993 an der dortigen Franz-Liszt-Musikakademie Klavier und Kammermusik unterrichtete. Als Komponist wurde er daher in der westlichen Musikszene kaum wahrgenommen. Erst Mitte der 70er Jahre wurde seine Musik allmählich in Westeuropa bekannt. So lud ihn 1993 das Wissenschaftskolleg zu Berlin für zwei Jahre als „Composer in residence“ der Berliner Philharmoniker ein. Im Jahr 1998 erhielt er den renommierten Preis der Ernst von Siemens Musikstiftung, 2001 den Friedrich-Hölderlin-Preis der Universitätsstadt Tübingen und 2009 den Goldenen Löwen der Biennale von Venedig für sein Lebenswerk im Rahmen des 53. Internationalen Festivals für zeitgenössische Musik. 2001 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Heute werden seine Werke weltweit aufgeführt und liegen in diversen CD-Aufnahmen vor. Er schrieb vor allem Orchesterwerke, Chorwerke, Kammermusik und Werke für Soloinstrumente.

»György Kurtág: Biographie und Einspielungen«

Alle Porträts im Februar

Uraufführungen im Februar

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