Weltliteratur als Familienoper: "In 80 Tagen um die Welt"
Premiere der Oper von Jonathan Dove an der Deutschen Oper Berlin
Am 15. November um 11 Uhr feiert die Familienoper In 80 Tagen um die Welt von Jonathan Dove Premiere. Regisseur Peter Lund schrieb selbst das Libretto für diese Produktion, die für das Opernhaus Zürich entstand und nun unter Leitung von Kapellmeister Giovanni Conti mit Ensemblemitgliedern der Deutschen Oper Berlin neu einstudiert wird. Seit über 150 Jahren begeistert In 80 Tagen um die Welt ein breites Publikum. Zahlreiche Übersetzungen, Adaptionen für die Bühne, für die Kinoleinwand, als Fernsehserien und als Hörspiele verhalfen Jules Vernes Roman zu internationalem Ruhm, der bis heute ungebrochen anhält.
Gefesselt von Jules Vernes Klassiker
Für die neue Vertonung durch den Erfolgskomponisten Jonathan Dove erzählt Peter Lund den Stoff aus den Augen eines Kindes. Als der junge Max auf Jules Vernes Klassiker der Weltliteratur stößt, ist er augenblicklich gefesselt von der Geschichte um den ehrgeizigen Phileas Fogg und seinen Diener Passepartout, in dessen Rolle sich Max kurzerhand hineinträumt. Zum Unmut seiner guten Freundin Josi, die Max‘ Aufmerksamkeit vergeblich auf die echte Welt da draußen und ihre Probleme zu lenken versucht. Max jedoch taucht mit Haut und Haar in die Handlung des Romans ein und das Publikum mit ihm.
Abenteuerliche Reise mit Hindernissen
So begleitet Max als Passepartout den britischen Gentleman Phileas Fogg, der die Hälfte seines Vermögens daraufgesetzt hat, dass er es schafft, die Welt in 80 Tagen zu umrunden. Die Abenteuerreise führt ins 19. Jahrhundert und an die unterschiedlichsten Orte des Planeten, von den ägyptischen Pyramiden, nach Indien, Hongkong und schließlich in die USA, mal mit dem Zug, mal mit dem Schiff oder sogar auf einem Elefanten reitend. Verfolgt werden sie dabei vom Ermittler Fix, der Fogg für einen gesuchten Bankräuber hält und ihm dicht auf den Fersen ist. Aber zum Glück hat Fogg tatkräftige Unterstützung nicht nur von Max alias Passepartout, sondern auch von der selbstbewussten Aouda, die den beiden klug und mutig zur Seite steht und schließlich sogar dafür sorgt, dass der immer kühle und beherrschte Fogg doch noch Gefühle zeigt.
Gelungende Teamarbeit von Regisseur und Komponist
Peter Lund war von 1996 bis 2004 Leitungsmitglied der Neuköllner Oper und arbeitet als Autor und Regisseur. Gemeinsam mit dem renommierten britischen Komponisten Jonathan Dove schrieb er diese Familienoper, die 2024 am Opernhaus Zürich auf die Bühne kam und nun in der stets ausverkauften Uraufführungsproduktion nach Berlin kommt. Mit dem Twist, die Geschichte durch die Augen des jungen Max zu erleben, gelingt ein frischer augenzwinkernder Blick auf den weltberühmten Stoff. Jonathan Dove präsentiert eine farbenfrohe und abwechslungsreiche Musik, welche die rasanten Abenteuer begleitet.
Am Pult steht der schon mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Dirigent Giovanni Conti, seit dieser Saison Kapellmeister an der Deutschen Oper Berlin. Neben seinem Engagement am Theater Krefeld-Mönchengladbach dirigierte er u. a. die großen Orchester in Florenz, Mailand, Cagliari, Bologna, Weimar, Bonn und Stuttgart. Nun leitet er seine erste Premiere im Haus an der Bismarckstraße.
Junges Ensemble aus bekannten und neuen Mitgliedern der Deutschen Oper
Auf der Bühne versammelt sich ein junger Cast aus bekannten und neuen Mitgliedern des Ensembles der Deutschen Oper Berlin. Thomas Cilluffo, der Max spielt, begeistert das Publikum des Hauses seit 2022, etwa in der Premiere von Macbeth als Malcolm und in Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny als Fatty, nebst zahlreichen Repertoireauftritten, zuletzt als Alfred in Die Fledermaus, als Knusperhexe in Hänsel und Gretel und als Narr in Der Schatzgräber. Als seine Freundin Josi ist Lilit Davtyan zu erleben. Die vielfach preisgekrönte Sopranistin brillierte hier am Haus schon u. a. als Gilda in Rigoletto, Adele in Die Fledermaus, Lauretta in Gianni Schicchi, Pamina in Die Zauberflöte. Artur Garbas, der Phileas Fogg verkörpert, zeigte sein darstellerisches Talent schon als Masetto in Don Giovanni, Papageno in Die Zauberflöte, als Titelheld in Le nozze di Figaro, Peter in Hänsel und Gretel sowie Haly in L’Italiana in Algeri. Seinen Gegenspieler Fix gibt Padraic Rowan, der seit 2019 das Ensemble des Hauses bereichert und ebenfalls mehrfach Papageno und Figaro sang. Als Aouda ist neu auf der Bühne der Deutschen Oper Berlin Julieth Lozano, die 2023 beim Cardiff Singer of the World Competition den Dame Kiri Te Kanawa Audience Prize gewann und von «Opera Wire» zu einer der zehn aufstrebenden Stars gewählt wurde. Nachdem sie letzte Saison dem Jeune Ensemble des Grand Théâtre Genève angehörte, wechselte sie nun an die Deutsche Oper Berlin.
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