Strawinsky im Fokus: Auftakt mit Sir Simon Rattle
Konzerte des Symphonieorchester des BR in der Isarphilharmonie und im Videostream
Ein Schwerpunkt der neuen Saison 2026/27 liegt beim Symphonieorchester des BR auf Werken von Igor Strawinsky. Den Anfang macht Chefdirigent Sir Simon Rattle am 1./2. Oktober mit einem Strawinsky-Programm aus Klassikern (Psalmensymphonie, Le sacre du printemps) und Raritäten (Le roi des étoiles). ARD Klassik streamt am 2. Oktober live. Am 3. Oktober gesellt sich Rachmaninows berühmtes Klavierkonzert Nr. 3 dazu, interpretiert von Sir Stephen Hough.
Die Psalmensymphonie gehört zu den bedeutendsten und bewegendsten Werken Strawinskys. "Die Psalmen sind Gedichte der Verherrlichung, aber auch der Wut und des Gerichts, ja sogar des Fluchs", schrieb der Komponist über dieses von drei Psalmausschnitten inspirierte Orchesterwerk. Es entstand 1930 in einer Zeit persönlicher Tragödien. Die Tuberkulose hatte die Familie heimgesucht, Strawinskys Frau und seine älteste Tochter erkrankten und starben daran. "Es ist kein Werk, das einfachen Trost spendet, und der dargestellte Gott kann streng, ja sogar grausam sein", sagt Sir Simon Rattle. Zugleich durchziehen die Symphonie Momente von überirdischer Ruhe und Schönheit, etwa wenn der Komponist im Finale Gott preist.
Strawinsky-Rarität für Männerchor
Eingerahmt wird die Psalmensymphonie von dem düsteren Chant funèbre und dem außerweltlichen Fünfminüter Le roi des étoiles für Männerchor und Orchester. Letzteren hielt Strawinskys Kollege Claude Debussy nur auf Sirius und Aldebaran für aufführbar. Beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks ist das extrem selten zu hörende Werk zum ersten Mal im Programm.
Zum Abschluss der beiden reinen Strawinsky-Abende zündet Rattle das Feuerwerk des Sacre du printemps. Die vor Energie fast berstende Rhythmik der Ballettmusik markiert einen Meilenstein in der musikalischen Moderne; die Pariser Uraufführung 1913 sorgte für einen der größten Eklats der Musikgeschichte.
Am Sonntag, 3. Oktober, stellt Rattle Strawinskys Chant funèbre und Le sacre du printemps Sergej Rachmaninows legendäres Klavierkonzert Nr. 3 d-Moll voran, interpretiert von seinem Landsmann Sir Stephen Hough (Foto links). Der Brite, gleichsam Pianist, Komponist, Schriftsteller, Universalgelehrter, kann hier im hochromantischen "Rach 3" seine große Neugier und Lust auf ungewohnte Perspektiven besonders augenfällig ausspielen – gilt es doch als eines der anspruchsvollsten Werke seines Genres, das dem Solisten nahezu übermenschliche Fähigkeiten abverlangt. Der Komponist selbst nannte es "Konzert für Elefanten".
Gastspiel in Mailand
Mit dem Strawinsky/Rachmaninow-Programm und Solist Stephen Hough gastiert das BRSO am Sonntag, 11. Oktober, auch in der Mailänder Scala.
Konzerttermine München
Donnerstag, 1. Oktober, 20.00 Uhr, Isarphilharmonie im Gasteig HP8
Freitag, 2. Oktober, 20.00 Uhr, Isarphilharmonie im Gasteig HP8
(Konzerteinführung jeweils 18.45 Uhr)
Samstag, 3. Oktober, 19.00 Uhr, Isarphilharmonie im Gasteig HP8
- Programm 1./2. Oktober
- Igor Strawinsky – "Chant funèbre", op. 5
- Igor Strawinsky – "Psalmensymphonie" für Chor und Orchester
- Igor Strawinsky – "Le roi des étoiles" für Männerchor und Orchester
- Igor Strawinsky – "Le sacre du printemps"
- Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
- Chor des Bayerischen Rundfunks (Einstudierung: Peter Dijkstra)
- Leitung: Sir Simon Rattle
Programm Samstag, 3. Oktober
- Sergej Rachmaninow – Klavierkonzert Nr. 3 d-Moll, op. 30
- Igor Strawinsky – "Chant funèbre", op. 5
- Igor Strawinsky – "Le sacre du printemps"
- Sir Stephen Hough, Klavier
- Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
- Leitung: Sir Simon Rattle
Karten erhältlich zu 25,- bis 112,- Euro (U30-Tickets für junges Publikum 10,-) bei BRticket über br-ticket.de oder Tel. 0800/5900 594 sowie über MünchenTicket (muenchenticket.de oder Tel. 089/54 81 81 81).
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