Oper Genf: Saison-Auftakt mit Frank Martins "La Tempête"
Premiere der Neuproduktion am 16. September 2026 im Bâtiment des Forces Motrices
Genau sechzig Jahre nach der Uraufführung in deutscher Sprache an der Wiener Staatsoper steht Frank Martins La Tempête – inspiriert von Shakespeares Theaterstück – nun als Eröffnungsvorstellung der Spielzeit 2026/27 des Grand Théâtre auf dem Programm, hier in französischer Sprache. Es inszeniert die britische Regisseurin Netia Jones, die auch als Filmregisseurin und Bühnenbildnerin für Theater und Musiktheater tätig ist. Sie ist stellvertretende Direktorin am Royal Opera House in London und Leiterin des Studios Lightmap, dessen multimediale Inszenierungen an außergewöhnlichen Orten im Freien gezeigt werden.
Als Shakespeare-Spezialistin, deren erklärtes Lieblingswerk Der Sturm ist, ließ sich die Regisseurin vom Bâtiment des Forces motrices inspirieren, der aktuellen Ausweichspielstätte des GTG. Sie siedelt Martins Oper auf dieser von Wasser umgebenen mechanischen Insel an und setzt insbesondere die Magie des Videos ein, um die Elemente zu entfesseln und die Geister zu beschwören.
Thierry Fischer – ein ausgewiesener Frank Martin-Spezialist
Die musikalische Leitung hat mit dem Schweizer Dirigenten Thierry Fischer ein absoluter Spezialist für Frank Martin. Die Verbreitung von Martins musikalischem Erbe, mit dem er sich intensiv beschäftigt hat, ist ihm ein besonderes Anliegen. Als Initiator der Odyssée Frank Martin (einer fast vollständigen Aufführung seiner Werke, die zwischen 2023 und 2026 in Genf stattfindet) sagt er: „Die Schönheit des Werks von Frank Martin kann den Geist von Genf in unserer Stadt zum Klingen, Leuchten und Strahlen bringen.“
Renommiertes französisches Sängerensemble
Thierry Fischer leitet das Orchestre de la Suisse Romande und ein renommiertes französisches Sängerensemble. Der Bariton Stéphane Degout, der in der vergangenen Spielzeit am GTG als Wolfram in Tannhäuser zu erleben war, singt den Prospero, und die Sopranistin Catherine Trottmann übernimmt die Rolle von dessen Tochter Miranda. Sie hat auf sich aufmerksam gemacht, als sie 2025 anlässlich der Aufnahme von Robert Badinter ins Pariser Pantheon Händels „Lascia ch’io pianga“ sang.
Shakespeare-Stoff für die Opernbühne
Der Genfer Komponist Frank Martin begann 1952 mit der Adaption von Shakespeares Der Sturm für die Opernbühne, zunächst in deutscher Sprache. Die Uraufführung fand 1956 an der Wiener Staatsoper statt. Fasziniert von der Musikalität der zauberhaften, fantastischen Welt des Theaterstücks schrieb Martin eine schillernde Partitur, die den Reichtum des Shakespeare-Textes voll zur Geltung bringt. Sie wird von einem großen Sinfonieorchester im Graben sowie einem kleineren Ensemble mit Cembalo hinter der Bühne zum Klingen gebracht. 1967 präsentierte der Komponist in Genf eine französische Fassung, in der der Luftgeist Ariel von einem Schauspieler dargestellt wird, unterstützt von den Stimmen des Chors.
Bâtiment des Forces Motrices
Frank Martin: La Tempête (Neuproduktion)
- Premiere: 16. September 2026, 19:30 Uhr
- Weitere Vorstellungen:
- 18. September 2026, 19:30 Uhr
- 20. September 2026, 15:00 Uhr
- 22. September 2026, 19:30 Uhr
- 24. September 2026, 19:30 Uhr
- 26. September 2026, 19:30 Uhr
Weitere Info: www.gtg.ch/saison-26-27/la-tempete/?date=1790105400
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