Uraufführung der Sechsten Symphonie von Peter-Michael Hamel
Hansjörg Schellenberger dirigiert die Berliner Symphoniker
Unter dem Motto „sechs & 6“ geben die Berliner Symphoniker am Sonntag, den 11. Juni, um 16.00 Uhr ihr nächstes Konzert in der Philharmonie Berlin. Mit dem Programm erfüllt sich Hansjörg Schellenberger, der Chefdirigent des Orchesters, einen Herzenswunsch: Er leitet zunächst die sechste Symphonie für Bariton und Orchester, deren Uraufführung der Münchner Komponist Peter Michael Hamel in die Hände seines Studienfreundes gelegt hat, und beschließt den Nachmittag mit einer der berühmtesten „Sechsten“ der gesamten Literatur – der luftig-leichten, vornehmlich idyllischen Pastorale von Ludwig van Beethoven.
Breites kreatives Spektrum
Hamels kreatives Spektrum erstreckt sich von der Symphonik bis zum Musical, von der Avantgarde über Jazz-Rock bis hin zu außereuropäisch und traditionell beeinflussten Kreationen. „Integrative Musik“ nennt der 1947 geborene Komponist seine „absichtslosen“ Werke, in denen er jene „Ur-Musikalität“ zu finden trachtet, die sich seiner Auffassung nach durch sämtliche Kulturen zieht. Auf diese Suche begab er sich als Vater des legendären Cross Over-Ensembles Between und Gründer des „Interkulturellen Musikinstituts“ von Aschau im Chiemgau, von seinen Entdeckungen sprach er als Professor der Hamburger Hochschule für Musik und Theater, und seine Tätigkeit als Musikdirektor der Bayerischen Akademie der Schönen Künste ist zweifellos von demselben über alle Grenzen hinausgehenden Blick geprägt.
Texte unterschiedlichster Ausprägung
Pars pro toto spiegelt sich die weite Perspektive des Künstlers in seinen Symphonien, die vielfach auf geistlichen Worten fußen oder im Zeichen religiöser Themen stehen. So auch das neue Werk für Bariton und Orchester, für die Hamel Texte unterschiedlichster Provenienz ausgewählt hat: Die Sequenz Media vita („Mitten im Leben“) des Notker von St. Gallen, das Gelassenheitsgebet der Anonymen Alkoholiker, das altjapanische Suche nichts Sonst sowie Johann Wolfgang von Goethes volkstümliche Zeilen Ich ging im Walde so für mich hin ... bilden eine scheinbar „absichtslos“ zusammengestellte, assoziative Kette, in der es letztlich um den „Nutzen des Lassens“ geht, den Meister Eckhart einst so eloquent gelobt hat.
Den Solopart singt der junge Chiemgauer Bariton Thomas Schütz, der zunächst Klavier und angewandte Kulturwissenschaften studierte, bevor er sich der Musikpädagogik zuwandte und von Christoph Prégardien sowie an der Londoner Guildhall School zum erfolgreichen Sänger ausgebildet wurde.
Zwischen „sechs & 6“ steht sinnigerweise ein Werk, das in beide Richtungen schaut: Claude Debussys Danse sacrée et danse profane für Harfe und Streichorchester aus dem Jahre 1904. Zwischen dem gewissermaßen pantheistischen Hymnus der Pastorale, in dem es bisweilen durchaus irdisch-handfest zugeht, und dem frei durchs Universum schweifenden Geist, der nichts sucht und deshalb das Höchste findet – da zeichnet die feingliedrige Musik des großen Impressionisten subtile „Bindestriche“. Das Solo spielt die junge Berlinerin Serafina Jaffé, die schon mit mehreren renommierten Preisen ausgezeichnet wurde, erst im vergangenen Jahr den Internationalen Wettbewerb von Israel für sich entschieden hat und ihrer Lehrerin Margit Anna Süß auch an diesem magischen Nachmittag alle Ehre machen wird. Weitere Informationen & Kartenvorbestellung: www.berliner-symphoniker.de
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