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Meldung vom 01.06.2023

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Neue Forschung zu Tempoangaben bei Beethoven

Aktuelle Publikation der „Manchester Beethoven Studies“

„Manchester Beethoven Studies“ heißt eine neue Publikation der Universität Manchester, an der auch Marten Noorduin, Musikwissenschaftler an der Musikhochschule Lübeck (MHL), mitgearbeitet hat. In seiner Forschung legt er dar, warum Beethovens Werke in unseren Konzertsälen oft viel zu langsam aufgeführt werden. Die Publikation „Manchester Beethoven Studies“ trägt in zehn Kapiteln Forschungsergebnisse zum Leben und Schaffen des berühmten Komponisten Ludwig van Beethovens (1770-1827) zusammen. Das Kapitel des Musikwissenschaftlers Dr. Marten Noorduin, seit 2022 an der MHL und als Hauptforscher des DFG-Projekts über transatlantische Beziehungen tätig, ist dem immer wieder diskutierten Tempo in Beethovens Spätwerk gewidmet.

Metronomangaben

Dass seine Kompositionen im richtigen Tempo gespielt werden, sah Beethoven als entscheidend an für ihren Erfolg: Er war einer der ersten Komponisten, die mit Hilfe des 1815 erfundenen Metronoms exakte Geschwindigkeiten für seine Werke notierten. In Beethovens eigenen Verweisen finden sich regelmäßig sehr hohe Tempi auch für die umstrittenen Adagio-Sätze − er hinterließ jedoch nicht für alle seine Werke Notizen dieser Art. Aktuelle Aufführungen des Beethovenschen Spätwerks beziehen sich deshalb überwiegend auf Tempoangaben, die Beethovens Schüler Carl Czerny und Ignaz Moscheles gemacht haben. Sie publizierten Beethovens Werke nach seinem Tod in hoher Auflage mit editorischen Metronom-Angaben. In den Adagio-Sätzen des Spätwerks vermerkten Czerny und Moscheles jene langsamen Tempi, die wir heute von CD-Aufnahmen und aus den Konzertsälen kennen.

Neue These

„Die Interpretation von Beethovens Werken ist Thema vieler Studien, die in den vergangenen Jahren publiziert wurden und zur Analyse mathematische Modelle und so genannte ‚Big Data‘ nutzten“, erläutert Marten Noorduin: „Diese Studien gingen das Problem häufig von der falschen Seite an, sie zogen heutige Interpretation heran, um vergangene Praktik zu erklären“. Noorduin arbeitet mit einem anderen Ansatz, den er „Small Data“ nennt: Er untersucht, wie Beethovens Spätwerk im 19. Jahrhundert rezipiert wurde, und zeigt auf, wie und warum sich die Aufführung der langsamen Sätze in Beethovens Spätwerk in den letzten 200 Jahren radikal verändert hat. Noorduins These ist, dass nach Beethovens Tod im Jahr 1827 die langsamen Sätze in seinen späten Werken zunehmend mit seiner Taubheit in Zusammenhang gebracht und die Aufführungspraxis dadurch nachhaltig beeinflusst wurde.

Marten Noorduin arbeitete für seine Forschung unter anderem mit der Cellistin Kathrin Sutor (Universität Potsdam) und dem Pianisten Lucas Blondeel (Universität der Künste Berlin) zusammen, die auf der Grundlage von Noorduins Forschung neue Tonaufnahmen machten. „Unser Eindruck ist, dass die hohen Tempi in der heutigen Konzertumgebung sehr gut funktionieren und beim Publikum gut ankommen“, sagt Noorduin zum Hörerlebnis, von dem man sich unter folgendem Link verschaffen kann: www.manchesterhive.com/beethoven-audio.

Informationen zu den „Manchester Beethoven Studies“ sind erhältlich unter https://manchesteruniversitypress.co.uk/9781526155672/.

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