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Meldung vom 01.06.2022

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Deutsche Oper Berlin: Trauer um Victor von Halem

Der Bassist starb am 28. Mai 2022 nach langer Krankheit

Der Bassist Victor von Halem kam 1965 auf eine Empfehlung Herbert von Karajans an die Deutsche Oper Berlin und sollte in den 30 Jahren seines Festengagements eine der prägenden Sängerpersönlichkeit des Hauses werden. Der in Berlin geborene und in Italien, Portugal und später in Stuttgart und München aufgewachsene von Halem hatte zu diesem Zeitpunkt gerade sein Studium an der Münchner Musikhochschule beendet, um sich dann im Festengagement an der Deutschen Oper Berlin nach und nach alle großen Partien seines Faches zu erarbeiten. Hierzu zählten Sarastro und Rocco ebenso wie die großen Verdi- und Wagner-Partien. So war er als Ramfis in Aida und König Philipp in Don Carlo ebenso zu erleben wie als Gurnemanz, Hagen, König Marke, Landgraf Heinrich oder auch als Saint-Bris in Meyerbeers Les Huguenots. Neben seinem Festengagement in Berlin gastierte von Halem an den großen Häusern in München, Hamburg, Mailand, Rom, Paris sowie in Tokyo und Osaka, aber auch an der benachbarten Staatsoper Unter den Linden. Er war regelmäßig unter Herbert von Karajan Gast bei den Salzburger Festspielen sowie eng verbunden mit dem Festival in Spoleto. Dort verband ihn eine enge Arbeitsbeziehung mit dessen Leiter Giancarlo Menotti, der seinetwegen Wagners Die Meistersinger von Nürnberg inszenierte und von Halem damit sein Bühnendebüt als Hans Sachs ermöglichte.

Fachpartien und "leichte Muse"

Neben seinen Fachpartien als seriöser Bass hatte von Halem jedoch auch eine Liebe zu leichteren Genres wie dem Musical, der Operette und dem Chanson. Die Liebe zum Entertainment schlug sich später in Rollen wie der des Kaiphas in Jesus Christ Superstar oder auch des Schweinezüchters Zsupan in Johann Strauß’ Der Zigeunerbaron, beides am Theater des Westens, oder auch mit seinem Auftritt in seinem „Midnight-Medley“ im Haus an der Bismarckstraße nieder. Und noch 2016 war er im Renaissance-Theater in der Rolle eines gealterten Sängers in Ronald Harwoods Theaterstück „Quartetto“ zu erleben. Victor von Halems Wirken ist auf einer Vielzahl von Einspielungen dokumentiert, darunter etwa solche von Parsifal und Tosca, Hector Berlioz’ La Damnation de Faust, Franz Schrekers Der ferne Klang oder auch Alexander von Zemlinskys Der Traumgörge, aber eben auch das Album „Humor im Lied“ mit Werken von Bach bis Peter Cornelius. Victor von Halem verließ 1995 das Ensemble der Deutschen Oper Berlin, um danach regelmäßig als Gast zurückzukehren. Im Jahr 2016 verlieh ihm der Berliner Senat auf Vorschlag der Deutschen Oper Berlin den Ehrentitel des „Berliner Kammersängers“. Victor von Halem verstarb am 28. Mai 2022 in seinem 82. Lebensjahr nach langer Krankheit.

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